Ein Festival der Schreibkunst

Beim diesjährigen Literatursommer gibt es von Juli bis September an verschiedenen Orten spannende Lesungen mit dem Länderschwerpunkt Norwegen. Foto: Lisa Heyse

Bis Mitte September läuft wieder der Literatursommer in Schleswig-Holstein

Kiel. Norwegen ist der Länderschwerpunkt beim diesjährigen Literatursommer des Literaturhauses Schleswig-Holstein. Vom 22. Juli bis zum 16. September bieten die eingeladenen Schriftsteller bei jeweils mehreren Lesungen an unterschiedlichen Veranstaltungsorten im Land eine Vielfalt an Themen und Erzählperspektiven. Philosophische, gesellschaftliche und politische Fragen sind literarisch aufbereitet, Lebensgeschichten werden erzählt, und auch das in Norwegen verbreitete autobiografische Erzählen ist vertreten.

Eröffnet wird der Literatursommer am Montag, 22. Juli, um 20 Uhr in der Kieler Kunsthalle, Düsternbrooker Weg 1, mit dem Schriftsteller Jostein Gaarder, der aus seinem ganz neuen Werk „Genau richtig. Die kurze Geschichte einer langen Nacht“ lesen wird. In der Erzählung, blickt ein alter Mann auf sein Leben zurück: auf den Beginn seiner Liebe, auf seine Familie, auf Niederlagen und Erfolge. Gaarder geht den existentiellen Fragen des Menschseins auf den Grund.

Mit „Bergeners“ präsentiert Tomas Espedal ab 30. Juli in verschiedenen Vorstellungen an unterschiedlichen Orten sein jüngstes autobiografisches Prosawerk. Espedal erzählt auf beeindruckende Weise und so intim wie noch nie von den Wechselfällen seines Lebens, wobei seine Heimatstadt Bergen und einst geliebte Frauen eine zentrale Rolle spielen.

Kjersti A. Skomsvold ist als wichtigste Stimme der jüngeren norwegischen Literatur bei ihrer Lesereise mit ihrem Debütroman „Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich“ kennenzulernen. Dieser amüsante wie berührende Roman handelt von dem Versuch einer alten Dame, nach dem Tod ihres Mannes ins Leben zurückzufinden.

Hanne Ørstavik stellt ihren neuen Roman „Die Zeit, die es dauert“ vor, der davon handelt, dass die Geschichten unseres Lebens immer in uns präsent sind. Skomsvolds erste Literatursommerlesung dieses Jahres ist am 5. August in der Orangerie vom Schloss Eutin, Schloßplatz 5.

Ab dem 12. August wirft Nina Lykke in mehreren Lesungen in verschiedenen Städten aus ihrem Familienroman „Aufruhr in mittleren Jahren“ pointierte Blicke auf die heutige norwegische Gesellschaft. Sie schildert mit viel Biss den Zerfall einer mittelständischen Familie in der Wohlstandsgesellschaft und schafft humorvoll, ironisch und mit einer vielstimmigen Sprache eine Familientragikomödie.

Der Musiker, Schriftsteller und politische Aktivist Pål Moddi Knutsen berichtet ab dem 26. August bei drei Lesungen aus seinem Buch „Verbotene Lieder – 10 Geschichten von 5 Kontinenten“ von zensierten und verbotenen Liedern aus aller Welt, die er übersetzt und als „Unsongs“ neu aufgenommen hat. Seine Geschichten handeln von der Macht der Musik.

Zum Abschluss des norwegischen Sommers präsentiert Johan Harstad am 16. September seinen enthusiastisch aufgenommenen Roman „Max, Mischa und die Tet-Offensive“ im Literaturhaus, Schwanenweg 13 in Kiel.

Im Rahmenprogramm zu den Lesereisen gibt es zusätzliche literarische Leckereien wie zum Beispiel eine theatralische Lesung zu Gunnar Staalesens Kriminalroman „Die Schrift an der Wand“ am 31. Juli und 1. August oder das Literarische Sommerfest mit Tomas Espedal sowie einem Krimiprogramm von Christian Kaiser, Charlotta Bjelfvenstam und Wolfgang Griep am Freitag, 2. August, ab 19 Uhr im Literaturhaus.

Weitere Infos zu Autoren, Orten, Terminen, und Vorverkauf unter www.literaturhaus-sh.de