Die Hüter der „kleinen“ Regeln

Beim Pressetermin stellte Kiels Ordnungsdezernent Christian Zierau die Mitarbeiter des neuen Ordnungsdienstes vor. Foto: kst

Jetzt patrouillieren die Teams des neuen Kommunalen Ordnungsdienstes durch Kiel

Kiel. Nussret Ürdem hat schon in ganz verschiedenen Bereichen gearbeitet und viel Erfahrung im Umgang mit Menschen gesammelt. Die kann er brauchen. Denn der 56-Jährige ist einer der 16 Mitarbeiter im neuen Kieler Kommunalen Sicherheitsdienst, der Anfang der Woche seinen Dienst aufgenommen hat. Ab sofort kümmern sich die 15 Männer und eine Frau um all die „kleinen“ Regelverstöße, die aber trotzdem geahndet werden müssen: um wilde Müllhaufen und achtlos weggeworfene Zigarettenkippen, Radfahrer in Fußgängerbereichen, nicht angeleinte Hunde, zugeparkte Feuerwehrzufahrten oder auch vereiste Wege, die nicht gestreut wurden. Das dürfte vielen wenig beneidenswert klingen, und doch gab es 60 Bewerber auf die Stellen im Kommunalen Ordnungsdienst. Sie alle wurden sorgfältig ausgewählt, alle mussten zum Beispiel eine abgeschlossene Ausbildung und zwei Jahre Berufserfahrung haben und wurden polizeilich überprüft, wie der Leiter der Gruppe, Rajko Wengel, erklärte. Und das war noch lange nicht alles. Im Rahmen der fünfmonatigen Ausbildung mussten die angehenden Ordnungshüter Gesetze pauken, Sportprüfungen bestehen, ihre Merkfähigkeit und ihre psychische Belastbarkeit unter Beweis stellen. Und üben, wie man sich auch unwilligen Regelverstoßern gegenüber durchsetzen kann. „Deeskalieren ist wichtig. Man muss klare Ansagen machen, aber den Bürger nicht verärgern, sondern erklären“, sagt Nussret Ürdem. Wenn nötig, dürfen seine Kollegen und er Personen anhalten und befragen, Platzverweise aussprechen und sie auch durchsetzen. Pfefferspray und Schlagstock gehören zwar zur Ausrüstung, sollen aber nur zur Selbstverteidigung eingesetzt werden. Bei Bedarf rufen die Ordnungshüter die Polizei. Einzige Frau im Team ist Joelle Soleil. „Ich freue mich auf den Job“, sagt die 29-jährige, die auch Arabisch und Französisch spricht. Viele im altersmäßig gemischten Team sprechen mindestens eine zweite Sprache. Auch das kann helfen, wenn es zum Beispiel darum geht, in den Haupteinsatzgebieten in der Innenstadt, am Kieler Bahnhof, in Mettenhof und Gaarden einen Streit zu schlichten. In diesen Gegenden werden die Angehörigen des Kommunalen Ordnungsdienstes in Zweierstreifen und im Zweischicht-Betrieb künftig unterwegs sein – immer montags bis sonnabends, jeweils von 8 bis 23 Uhr und sonntags bis 20 Uhr. kst