Das Bauhaus ist überall

Unverkennbar sind die für das Bauhaus typischen geometrischen Grundformen, aus denen Architekt Arne Jacobsen 1936 diese Tankstelle in Kopenhagen komponierte. Foto: Jean Molitor

Ausstellung mit Architekturfotos von Jean Molitor im Kieler Forum für Baukultur

Kiel. Zum 100-jährigen Jubiläum des Weimarer Bauhauses präsentiert das Forum für Baukultur Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit der Sparkassenstiftung und dem Bund Deutscher Architekten 50 Architekturaufnahmen des Berliner Fotografen Jean Molitor aus Deutschland und der Welt, welche die Architektur der Moderne in all ihren unterschiedlichsten Facetten beleuchten.

Seit nunmehr zehn Jahren bereist Jean Molitor die Welt, von der Vision angespornt, ein weltweites Fotoarchiv von Bauten der Moderne anzulegen, seit 2016 wissenschaftlich unterstützt durch die Architekturhistorikerin Dr. Kaija Voss. Im Projekt „bau1haus“ hat Molitor es sich zum Ziel gemacht, den weltweiten Einfluss des Bauhauses auf die Entwicklung der modernen Architektur zu dokumentieren. Dabei will er globale Verbindungen und den kosmopolitischen Austausch modernen Bauens aufzeigen.

Von Weimar, wo 1919 die legendäre Kunstschule Bauhaus gegründet wurde, über ganz Europa bis nach Afrika, Amerika und Asien erstreckt sich das Recherchegebiet. Die Fotoausstellung geht dorthin, wo die Menschen schon jahrzehntelang mit ihren Architekturschätzen leben, sich dessen aber vielleicht nicht immer bewusst sind. Nahezu überall gibt es überraschende Spuren der Moderne: Zwischen Berlin und Kabul, Dessau und Paris, Stuttgart und Tel Aviv, Kiel und Jakarta, St. Petersburg und Havanna, in Guatemala oder in Bukavu im Kongo finden sich immer wieder Glanzstücke der schnörkellosen Baukunst.

Die Ausstellung nähert sich in verschiedenen Komplexen der ganzen Bandbreite modernen Bauens. Es stehen dabei nicht Architektur-Ikonen wie die Dessauer Meisterhäuser im Mittelpunkt, sondern vor allem Gebäude, die den internationalen Zeitgeist in ihrer Alltäglichkeit dokumentieren, darunter Wohnanlagen, Kinos, Schulen, Siedlungen, Theater, Villen, Krankenhäuser, Tankstellen und Industriebauten. Sie spiegeln auch die drängenden Fragen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wider: neue Mobilität, sozialer Wohnungsbau, Stadthygiene, medizinische Versorgung sowie die Forderung nach Bildung und Freizeitgestaltung.

In hochwertigen Schwarz-Weiß-Fotografien, von allen störenden Einflüssen bereinigt, konzentriert sich Molitor mit nüchternem Blick auf die Ästhetik der Architektur.

Die Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum des Weimarer Bauhauses ist noch bis zum 16. Oktober im Forum für Baukultur, Waisenhofstraße 3 in Kiel zu sehen. Öffnungszeiten: Mo bis Fr: 14 bis 18 Uhr, Sa und So: 10 bis 18 Uhr. Bei der Finissage am 16. Oktober, bei der auch der Fotograf Jean Molitor anwesend sein wird, ist die Ausstellung ab 18 Uhr geöffnet.