Bunte Wände gegen die Angst Künstlergruppe verschönert Räume der Kinderklinik im Städtischen Krankenhaus

Die fantasievollen Wandmalerein der „Paint a Smile“-Stiftung enthemmen den bedrohlich wirkenden Charakter auf den Zimmern und Gängen der Kinderklinik. Foto: Thorben Bull

Kiel. „Wenn das kein Grund ist, weiß ich auch nicht, was man dann noch feiern soll“, zeigt sich Dr. Andreas Claaß, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin im Städtischen Krankenhaus Kiel, hocherfreut über die farbenfrohe Kinderklinik. Die Künstlergruppe der Stiftung „Paint a Smile“ hat ihr insgesamt vier Jahre währendes Projekt, mit dem sie durch Wandmalereien eine neue Atmosphäre in den Gängen und Räumen der Kinderklinik geschaffen hat, abgeschlossen.

Somit ist das Städtische Krankenhaus Kiel das einzige Hospital in der Bundesrepublik mit Wandmalereien der Schweizer Stiftung, die den Klinikalltag für die zu behandelnden Kinder angenehmer gestalten. „Die Malereien mildern den bedrohlichen Charakter der Umgebung ab“, sagt Claaß. Doch nicht nur bei den jungen Patienten sorgen die Gemälde für Freude. „Die Malereien sind sehr fantasievoll, durch sie weitet sich der Raum, und wenn man sich darauf einlässt, dann erzählen sie immer wieder neue Geschichten“, ist Claaß voll des Lobes. In der Tat, denn beim Rundgang durch die Kinderklinik fällt besonders die Detailverliebtheit der Künstler auf. Michaela Müller aus der Pflege der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin schlägt in dieselbe Kerbe: „Die in Pastelltönen gehaltenen Gemälde besitzen durch den individuellen Witz der Künstler eine fröhliche, kindliche Ausstrahlung.“

Projektleiter Jerome Cousin von „Paint a Smile“, der für das Konzept und die Umsetzung der künstlerischen Arbeiten verantwortlich zeichnet, bedankt sich für das entgegengebrachte Vertrauen und erläutert die Grundidee: „Das Hauptthema ist die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Das bedeutet in sehr jungen Jahren vor allem Schutz und Geborgenheit.“ Die Verschönerung der Kinderklinik war übrigens die Idee des Kieler Hotelkaufmannes Gunnar Wagner, der die Städtische Kinderklinik seit mittlerweile 30 Jahren unterstützt und das Kostenvolumen des gesamten Projektes von über 120.000 Euro übernommen hat.

Nachdem der erste Teil der künstlerischen Arbeiten im Sommer 2016 im Ambulanzbereich der Kinderklinik und auf der Allgemeine-Pädiatrie-Station fertiggestellt werden konnte, nehmen die Wandmalereien nun also auch auf der Früh- und Neugeborenen-Station die Ängste. Die Gründerin der Schweizer Stiftung, Laura Cotton, die einst ihre Schwester bei einem Autounfall verlor und sie das letzte Mal sah, als sie durch einen weißen Gang geschoben wurde, fasst die Intention der Arbeiten wie folgt zusammen: „Wenn wir Schmerzen haben, sind wir alle gleich. Farben helfen, die Schmerzen zu akzeptieren, denn sie haben keine Grenzen.“tbu