Bunker-Umbau mit Kulturfest

Der große Erdwall vor dem Eingang ist bereits abgetragen. Die freigewordene Fläche wird gepflastert. In einer Seitenwand des Bauwerks wird ein Aufzug montiert. Foto: Jan Köster

Flandernbunker wird sichtbarer – Kulturpicknick am Sonntag und neue Ausstellung

Kiel. Außen und innen verändert sich der Flandernbunker in der Kieler Wik derzeit. Er wird besser zugänglich und bekommt einen Fahrstuhl, mit dem auch Menschen mit Bewegungseinschränkungen zwischen den Etagen wechseln können.

Am kommenden Sonntag, 29. September, ist das Kulturpicknick „Café International“ am Bunker an der Kiellinie 249. Am selben Tag beginnt die neue Ausstellung „In Frieden und Freiheit“ von Enno-Ilka Uhde.

Obwohl der Flandernbunker eigentlich ein mächtiger Betonklotz ist, war er lange Zeit geradezu versteckt hinter Bäumen und Sträuchern und einem aufgeschütteten Erdwall. Die 150 Kubikmeter Erde des Walls sind inzwischen abgetragen. An dieser Stelle entsteht direkt vor dem Eingang des Bunkers eine offene gepflasterte Fläche, die als inklusiver Treffpunkt dienen wird. Außerdem erhält der Platz Außen-Informationseinheiten und eine Beleuchtung. Über der Eingangstür in der nach dem Krieg aufgesprengten Gas-Schleuse wird ein schützendes Dach installiert. Den platzsparenden Aufzug ließ der Verein Mahnmal Kilian in einem der „Schlitze“ installieren, die nach dem Krieg über die gesamte Gebäudehöhe in die Bunkerwände gebrochen wurden, um den Bunker als Bunker unbrauchbar zu machen. Da diese Öffnungen mehr als zwei Meter breit sind und die Wände mehr als zwei Meter dick, sind die „Schlitze“ eigentlich eher Schächte, die ausreichend Platz für den Einbau eines kleinen Fahrstuhls bieten. Die Kosten der Baumaßnahmen am Flandernbunker werden rund 215.000 Euro betragen. Davon werden 172.000 Euro durch das Land gefördert. Der Verein Mahnmal Kilian erhält weitere erhebliche Unterstützung durch Spenden und Zuwendungen, unter anderem durch das Architekturbüro Niels Ahsbahs, die Brunswiker Stiftung, die Sparkassenstiftung und die Förde Sparkasse.

Am Sonntag können die Besucher des Flandernbunkers sich selbst ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten machen. Ab 10 Uhr wird dort anlässlich des bevorstehenden Tages der Deutschen Einheit die Ausstellung des vielteiligen Werks „In Frieden und Freiheit“ von Enno-Ilka Uhde, das Textzitate der Geschichte in großen Bildern gestaltet, gezeigt. Ab 11 Uhr geht die Feier dann in das interkulturelle Fest „Café International“ über, das schon im vergangenen Jahr über 600 Menschen angezogen hatte. Livemusik von Sinti-Jazz bis Weltmusik, von russischer Folklore über europäische Klassik bis orientalischer Bauchtanz wird bis 18 Uhr den Tag gestalten, dazu gibt es Gewinnspiele und kreative Mitmachangebote für Kinder und Erwachsene. Der Eintritt ist frei, aber es gibt eine Bedingung – sozusagen als Eintrittskarte: Jeder Gast muss Essen und Trinken seines Kulturkreises mitbringen und die Bereitschaft, dies mit anderen Gästen zu teilen und bei anderen zu probieren. Es gibt keinen Verkauf. Auf diese Weise können Menschen zwanglos miteinander ins Gespräch kommen. Es wird eine Bühne vor dem Flandernbunker errichtet sowie Festzelte, Tische und Bänke. Plätze können unter Tel. 0431/2606309 oder per E-Mail an info@kriegszeugen.de kostenfrei reserviert werden.

Bei schlechtem Wetter treffen sich alle Teilnehmer im Flandernbunker. Von dort aus können Besucher an diesem Tag im Rahmen des Kulturmeilenfestes in der Wik, auf dem Kanal und in Holtenau auch zahlreiche weitere Angebote wahrnehmen. www.mahnmalkilian.de