Bürgerpreis für das Willkommensteam

Die gebürtige Kielerin Anja Ross veröffentlicht seit 1993 Lyrik und Prosa. Credit: FTonner

Henstedt-Ulzburg. Mit dem Bürgerpreis 2018 wurde am Freitagabend das Willkommensteam der Gemeinde ausgezeichnet. Im mit gut 130 Besuchern voll besetzten Ratssaal nahmen die Vorstandsmitglieder Heidi Colmorgen, Richard Panczocha und Frauke Harfmann die Urkunde entgegen. Dotiert ist der Bürgerpreis mit 500 Euro. Colmorgen freute sich in ihrer kurzen Dankesrede über die Anerkennung, die dem Verein zuteil werde. „Wir machen unsere Arbeit sehr gerne“, betonte sie.

Das Willkommensteam kümmert sich seit Februar 2015 um Flüchtlinge, die in Henstedt-Ulzburg ankommen und ihren Weg in einen Alltag und einer Kultur mit fremder Sprache finden müssen. Wolfgang Sievers, Bürgerpreisträger 2014, hielt die Laudatio und erinnerte daran, dass bereits im Mai 2014 im Sozialausschuss aufgrund der damals schon steigenden Flüchtlingszahlen über die Betreuung diskutiert worden sei. Colmorgen als damalige SPD-Kommunalpolitikerin hatte sich besonders engagiert und gemeinsam mit anderen einen Arbeitskreis initiiert, der dann aber zu einem Verein umgewandelt wurde.

Wichtige Hilfe für knapp 470 Flüchtlinge

Das Willkommensteam besteht zurzeit aus 55 Mitgliedern und weiteren 50 Helfern. „Sie alle machen sich um unsere Gemeinde und unsere Gemeinschaft verdient“, lobte Sievers. Nicht alle Bürger würden dem Engagement positiv gegenüberstehen, „aber wir brauchen Sie noch, halten Sie durch“, appellierte Wolfgang Sievers an die Vereinsmitglieder.

In Henstedt-Ulzburg sind derzeit knapp 470 Flüchtlinge untergebracht. Dank der Hilfe der Ehrenamtlichen haben die beiden aus Syrien stammenden Frauen Abeer Al Swidan und Hadia Melli und ihre Familien in der Großgemeinde Fuß fassen können. Ihre Betreuer hätten ihnen bei Arztbesuchen, in der Schule und bei Behördengängen beiseite gestanden, berichteten die beiden. Sie besuchten ebenso wie viele andere Betroffene die Feierstunde.

Hohe Bedeutung des Ehrenamtes

Während des Festaktes im Ratssaal erhielten Sandy Leberecht (Verein Mützen gegen Blutkrebs) sowie Renate Koch und Reinhard Schulz von der Seniorenarbeit und dem Besuchsdienst der Kirchengemeinde Rhen die Gelegenheit, ihre Projekte vorzustellen.

Bürgervorsteher Mariano Córdova lobte die kirchliche Initiative auf dem Rhen. Dort werde tolle Arbeit geleistet, ohne dass es groß bekannt sei. Der Bürgervorsteher stellte klar, dass die ehrenamtliche Arbeit in einer Zeit, in der der Staat sich immer mehr aus verschiedenen Bereichen zurückziehe, wichtig sei. „Ohne das Ehrenamt wäre es in unserer Gesellschaft verdammt kalt in Deutschland. Ich bin stolz darauf, in dieser Gemeinde zu wohnen, in der so viel Ehrenamt gelebt wird“, sagte Córdova. nib