Bühne frei – Premiere für Aida

Noch sind die Plätze leer, aber ab dem 24. August füllen sich die Ränge vor der Aida-Bühne auf dem Kieler Rathausplatz wieder. Foto: kst

Sommeroper wird erstmalig an neun Standorten übertragen

Kiel. Die große Bühne auf dem Rathausplatz steht, die Kulissen und Kostüme sind fertig, und es wird bereits seit Wochen intensiv geprobt, seit Donnerstag, 15. August, sogar eben genau dort. Aus diesem Grund müssen sich Autofahrer auf einige Einschränkungen gefasst machen, da der Verkehr während der Probenzeit für die Sommeroper „Aida“ von Giuseppe Verdi rund um den Rathausplatz ruhen muss.

Dass sich der ganze Aufwand lohnt, davon können sich nicht nur die Premierenbesucher am kommenden Sonnabend, 24. August, auf dem Rathausplatz überzeugen, sondern auch viele Kulturbegeisterte, die in den Stadtteilen per Video-Liveübertragung die Aufführung verfolgen können. Denn wie in den vergangenen Jahren gilt das Motto: „Kultur für alle – kostenfrei und draußen“. Wahrscheinlich wird dann auch der Zuschauerrekord von 2017 geknackt, als 14.000 Zuschauer die Oper „Turandot“ auf der Leinwand verfolgten, denn in diesem Jahr wird das Open-Air-Event, inszeniert vom Generalintendanten der Kieler Oper Daniel Karasek, an neun verschiedenen Standorten in und um Kiel zu sehen sein. „Das zeigt den tollen Zusammenhalt der Stadtteile“, lobt Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer das Engagement. Erstmalig ist Neumünster dabei, hier kann die Übertragung am Park des Caspar-von-Saldern-Hauses erlebt werden. Das Vorprogramm beginnt bereits um 18 Uhr. Hier, wie auch in Preetz auf dem Marktplatz und in den unterschiedlichen Kieler Stadtteilen, sind die Besucher dazu eingeladen, es sich mit Decken, Klappstühlen und einem Picknickkorb gemütlich zu machen, selbstverständlich können auch an allen Standorten Snacks und Getränke erworben werden. Beginn der Übertragungen ist jeweils 20 Uhr, an vielen Standorten beginnt das Programm jedoch schon vorher – dafür haben sich die jeweiligen Stadtteile richtig ins Zeug gelegt. Am Bootshafen – nur wenige hundert Meter vom Veranstaltungsort entfernt – geht es bereits um 15 Uhr mit Open-Air-Kino und Live-Musik los. Hier sitzen Rollstuhlfahrer erstmalig in der ersten Reihe: Für sie ist der 135 Quadratmeter große Ponton auf dem Wasser reserviert, von dem sie beste Sicht auf die gegenüberliegende Leinwand haben.

Auf dem Ostufer stehen Opernliebhabern in diesem Jahr gleich zwei Standorte zur Verfügung: Neben dem Gaardener Vinetaplatz, wo bereits ab 18.30 Uhr der Film „Gaarden – Wir geh’n als Sieger aus der Schlacht!“ zu sehen ist, kann auch in Dietrichsdorf im Ivenspark die politische Intrige sowie die Zerrissenheit zwischen Liebe und Loyalität rund um die äthiopische Prinzessin Aida live auf der Leinwand genossen werden. Ebenso im Anscharpark in der Wik, am Skagerrakufer in Friedrichsort sowie am Heidenberger Teich in Mettenhof und auf dem Kieler Blücherplatz. Dort wird es sogar ein ganzes Sport- und Spielfest ab 15 Uhr geben, ab 18.30 Uhr wird zudem der Film „Ich habe Kiel zu erzählen“ von Oliver Boczek und Gerald Grote gezeigt, der in diesem Winter im Kommunalen Kino der Pumpe zum Kassenschlager avancierte.

Intendant Karasek wird natürlich bei der Premiere auf dem Rathausplatz in Kiel sein, freut sich aber über die Übertragungen, die man gern auf ganz Schleswig-Holstein ausweiten sollte. Auch Generalmusikdirektor Benjamin Reiners ist stolz darauf, mit seinem Antrittsdirigat gleich so viele Menschen zu erreichen und sieht darin eine Chance: „Ich möchte damit auch zeigen, dass Oper eben keine elitäre Veranstaltung ist, sondern dass wir Musik für alle machen, und ich würde mir wünschen, dass das Publikum dann auch in unsere Häuser kommt, denn das Live-Erlebnis einer Oper oder eines Konzertes ist durch nichts zu ersetzen.“ vmn