Billig-Flüge in Deutschland: Tickets werden teuer

Immer mehr Strecken, immer mehr Passagiere – und das bei extrem niedrigen Preisen? Tatsächlich nicht. Eine Studie zeigt eine überraschende Entwicklung: Es gibt tatsächlich kaum noch ultrabillige Tickets.

Für 1,99 Euro nach Mallorca fliegen? Oder für 9,99 Euro nach London? Noch vor einiger Zeit haben Billig-Airlines mit solchen Kampfpreisen vermehrt Fluggäste anlocken wollen. Aber eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt (DLR) zufolge sind die Ticketpreise deutlich gestiegen – das Streckenangebot hingegen ist geschrumpft.

Weniger Flüge mit Billig-Airlines – höhere Preise

Die Experten haben im aktuellen „Low Cost Monitor 2/2019“ einen Preisanstieg bei Eurowings, Ryanair, Easyjet und Wizz Air festgestellt. Zahlten Passagiere im Vorjahr noch durchschnittlich 38 bis 100 Euro (brutto), waren es in diesem Jahr 44 (Wizz Air) bis 111 Euro (Ryan-air). Bei den vermeintlich kostengünstigen Airlines werden demnach seit 2017 die Preise immer weiter angezogen.

Das DLR hat für die Studie eine typische Flugwoche im Juli mit 6.680 angebotenen Flügen untersucht. Ausgewählt wurden repräsentative Flugstrecken der vier Airlines. Zudem wurden Testkäufe an einem Stichtag im Oktober durchgeführt.

Weniger Billig-Flüge in Deutschland

Während die Ticketpreise steigen, sinkt die Anzahl der Billig-Flüge aus Deutschland. Zwar wurde das Streckennetz um einige Verbindungen nach Italien erweitert, einen Rückgang gab es jedoch im innerdeutschen Verkehr sowie nach Spanien und Großbritannien.

Im Gesamten soll das Angebot um ein Prozent geschmälert worden sein. Erstaunlich: Zu den meisten Reduzierungen soll es bei den größten Low-Cost-Airlines Ryanair und Eurowings gekommen sein. Nur Wizz Air fällt aus dem Negativ-Trend in Deutschland raus und wächst.

Aber das ist wohl nur ein Phänomen in Deutschland: Mit mehr als 67.000 Starts in einer gewöhnlichen Flugwoche wuchs das Angebot in ganz Europa um vier Prozent, ganz vorn dabei ist der Marktführer Ryanair. 

Welche Gründe führen zu der Entwicklung in Deutschland? Trotz des kleineren Angebots hapert es schließlich nicht an der Nachfrage, Low-Cost ist bei Deutschen so beliebt wie nie zuvor. Ein maßgeblicher Grund dürfte das teurere Kerosin sein, teilt das DLR mit. Zudem ist der deutsche Markt ein hart umkämpfter. Beispielsweise hatte die Air-Berlin-Pleite zu einem Überangebot geführt. BU: Bei den größten Billigfliegern Eurowings und Ryanair macht sich der Negativtrend in Deutschland besonders bemerkbar.