Bauen unter dem Wasserspiegel

Hinter den Spundwänden arbeiten die Männer gut zwei Meter unter dem Wasserspiegel des Kleinen Kiels. Foto kst

Stahlbauer bereiten den Boden für den Bio-Filter des Kleinen Kiel-Kanals

Kiel. Mit schwerem Stahlbau kennen sich Andreas Fechner, Roberto Mohr und Jürgen Schulz aus: Normalerweise bauen sie für die Firma SBL aus Neuruppin Stahlbrücken oder große Hallen. Jetzt bauen die drei in Kiel ein stabiles Loch. Im April hatte eine Firma aus Schleswig-Holstein mit bis zu 19 Meter langen Spundwand-Elementen einen Bereich am Südufer des Kleinen Kiels in der Kieler Innenstadt abgetrennt, in dem ein großer biologischer Vorfilter zur Reinigung des Wassers im künftigen Kleinen Kiel-Kanal entstehen soll. Inzwischen ist der abgetrennte Bereich mehrere Meter tief ausgebaggert worden. Dort unten, rund zwei Meter unter dem Wasserspiegel des Kleinen Kiels, bauen die drei Spezialisten aus Neuruppin noch bis etwa Anfang August insgesamt 21 Tonnen weiteren Stahl ein: Sie schweißen zusätzliche Rippen an die Spundwand, damit diese langfristig dem Wasserdruck des Kleinen Kiels standhalten kann, ohne sich zu verformen. Zusätzlich bauen Polier Andreas Fechner und seine Männer mit massiven Stahlträgern und Gitter-Rosten eine Ebene ein, die später die wichtigsten Filterschichten des großen Vorfilters tragen wird. Wenn der Biologische Filter fertig ist, wird er wie eine Schilf-Halbinsel am Teichufer aussehen, der Neuruppiner Stahlbau wird dann darunter vergraben und unsichtbar sein. Doch die Firma SBL wird auch sichtbare, sogar sehr markante Spuren am Kleinen Kiel-Kanal hinterlassen: Sie baut auch die beiden Fußgängerbrücken, die das schmale Nordbecken des „Kanals“ überspannen werden. Aktuell entstehen die beiden Brücken in Neuruppin. Im August werden sie per Lkw nach Kiel gebracht und mit einem Kran über das Becken gelegt.