Alles wird elektrisch

36 dieser elektrischen Gelenkbusse sollen bis Mai 2021 an die KVG ausgeliefert worden sein und auf verschiedenen Kieler Linien unterwegs sein. Foto: VDL

Ab 2020 bekommen Fördeschifffahrt und Buslinien ihre ersten reinen „Stromer“

Kiel. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Kiel setzt ab 2020 verstärkt auf Strom. Gerade erst hat die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) die Bestellung für 36 vollelektrische Gelenkbusse im Gesamtwert von 28 Millionen Euro unterschrieben. Die ersten fünf sollen im Spätsommer 2020 ausgeliefert werden. Ein paar Tage davor hatte die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) bereits die Bestellung der ersten vollelektrischen Personenfähre auf der Kieler Förde perfekt gemacht. Die „Düsternbrook“ soll ab Ende 2020 auf der Fährlinie F2 zwischen dem Ost- und dem Westufer der Kieler Förde verkehren.

Ab August 2020 sollen die ersten fünf reinen E-Gelenkbusse in Kiel fahren. Bis Januar 2021 will die Herstellerfirma „VDL Bus & Coach Deutschland“ monatlich fünf weitere Busse liefern, die letzten sechs dieser Bestellung kommen im Mai 2021. Die KVG plant, mit diesen Bussen schrittweise die Linien 11, 6, 32, 81 und 31 zu elektrifizieren. Damit die neuen Busse immer genügend Energie in ihren Batterien haben, benötigen sie speziell geeignete Ladestationen. Die werden für rund sieben Millionen Euro an den jeweiligen Endhaltestellen, also „Wik, Herthastraße“, „Wik, Kanal“, „Rungholtplatz“ und „Narvikstraße“, entstehen. Um den KVG-Betriebshof in der Kieler Werftstraße für den Betrieb der neuen Elektro-Gelenkbusse umzubauen, investiert die Stadt Kiel weitere 30 Millionen Euro. Aus Bundesmitteln fließen 21 Millionen Euro Fördergeld in das Programm.

Die „Düsternbrook“, die erste vollelektrische Fähre der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel, wird auf der Werft Holland Shipyard bei Rotterdam gebaut. Das abgasfrei fahrende Schiff wird 25 Meter lang und 6,60 Meter breit sein und neben bis zu 140 Fahrgästen auch rund 60 Fahrräder auf der Linie F2 zwischen West- und Ostufer befördern können. Für den Kauf der E-Fähre investiert die SFK drei Millionen Euro. Dazu kommt rund eine weitere Million für die Ladeinfrastruktur. Aus dem Bundesprogramm „Saubere Luft“ bekommt die SFK Fördermittel in Höhe von 763.000 Euro

Die F2-Schwentinelinie wird vor allem von Studierenden genutzt und verbindet das West- mit dem Ostufer. Sie ist zugleich ein wichtiges Bindeglied im Kieler Radpremiumnetz. Seit Juli 2019 läuft auf der Linie F2 ein einjähriger Modellversuch zur kostenlosen Fahrradmitnahme. Offenbar mit so positiven Auswirkungen, dass die Stadt Kiel laut Oberbürgermeister Ulf Kämpfer jetzt prüft, ob ab Sommer 2020 auch die Personenbeförderung auf dieser Linie kostenlos angeboten werden könnte. Laut SFK müssen dafür aber zunächst noch rechtliche und finanzielle Fragen geklärt werden. kst