Aida auf dem Rathausplatz

Der künftige Generalmusikdirektor Benjamin Reiners (li.) präsentiert mit Generalintendant Daniel Karasek das Plakat zur Sommeroper, gestaltet von Janina Wilkens. Foto: Ulrike Volkmann

Guiseppe Verdis Oper feiert am 24. August Premiere

Kiel. Vierhändig am Klavier harmonieren sie schon mal: Bei der Vorstellung der Sommeroper intonieren der zukünftige Generalmusikdirektor Benjamin Reiners und Operndirektor Reinhard Lingen den Triumphmarsch aus Guiseppe Verdis Oper „Aida“ – eindeutiger konnte der Hinweis nicht sein. Und so war auch niemand der anwesenden Journalisten und Sponsoren überrascht, als Generalintendant Daniel Karasek das große Geheimnis lüftete: Am 24. August wird die große Oper des italienischen Komponisten auf dem Kieler Rathausplatz ihre Open-Air-Premiere in Kiel feiern. Am Dirigentenpult steht dann zum ersten Mal Benjamin Reiners, der nicht nur bis dahin die Nachfolge von GMD Georg Fritzsch angetreten hat, sondern auch noch bekennender Open-Air-Fan ist. „Auch wenn man vielleicht ein paar Abstriche machen muss, was das Wetter angeht, ich werde die Musiker trotzdem überreden, ihre Instrumente in die Hand zu nehmen“, so Reiners lachend. Überreden zu diesem Projekt musste Daniel Karasek hingegen niemanden – die Sommeroper auf dem Kieler Rathausplatz gehört inzwischen alle zwei Jahre (im Wechsel mit dem Schauspiel an verschiedenen Spielstätten) zum festen Spielplan des Theaters Kiel, und auch die Dauerbaustelle in direkter Nachbarschaft wird dabei die Vorstellungen nicht beeinträchtigen, ist sich Karasek sicher. Mit „Aida“ erwartet die Kieler Opernfans nicht nur die drittletzte Oper des großen Verdi, sondern auch eines seiner bekanntesten und opulentesten Werke. 1871 in Kairo uraufgeführt, bietet der in Ägypten zwischen Pyramiden angesiedelte Romeo-und-Julia-Konflikt große Rollen für große Stimmen. Die meisten von ihnen sind bereits gefunden, wie Operndirektor Reinhart Linden stolz verkünden konnte. So werden Christina Melis als Amneris und der koreanische Tenor Sung-Kyu Park, der 2017 als Calaf in „Turandot“ glänzte, an die Kieler Förde zurückkehren, und auch der Bass Thorsten Grümpel wird als Oberpriester Ramfis auf der Bühne seiner Geburtsstadt stehen. Lediglich die Rolle der Aida selbst ist noch unbesetzt, doch das Vorsingen für diesen Part ist bereits in vollem Gange.

Mit dabei in diesem Jahr wird auch die Ballett-Compagnie von Balletmeister Yaroslav Ivanenko sein. Nur noch selten wird die von Verdi eingeschriebene Balletsequenz getanzt, in Kiel wird sie aber als Highlight für die Zuschauer genutzt und auf die Bühne gebracht – sehr zur Freude von Intendant Karasek, der selbst Regie führen wird. Die Bühnengestaltung übernimmt Lars Peter, die Kostüme stammen aus dem Atelier von Claudia Spielmann. Wie in den vergangenen Jahren wird die Premiere auch wieder live auf Großleinwände in die Kieler Stadtteile übertragen, die genauen Orte stehen aktuell noch nicht fest. Und auch wenn er sich sehr darüber freue, dass diese so gut von den vielen Zuschauern angenommen würden, all dies sei nur möglich, wenn ebenso viele Zuschauer in die regulären Vorstellungen kämen, so Karasek. vmn

Karten für die Sommeroper Aida auf dem Rathausplatz gibt es unter Tel. 0431/901901 und auf www.theater-kiel.de