20 Jahre für die Prävention – Die Kieler Nierenwoche rückt erneut das lebenswichtige Organ in den Fokus

Zum 20. Mal informiert die Kieler Nierenwoche über das lebenswichtige Organ und seine Funktion. Foto: Marlis Halft

Kiel. Wenn die Organisatoren der Kieler Nierenwoche auf die letzten 20 Jahre zurückblicken, dürfen sie eine beeindruckende Bilanz ziehen: Bereits 20.000 Mal haben Besucher im Rahmen der Veranstaltung ihre Nieren checken lassen. Vom 11. bis 14. September könnten wieder einige Hundert dazukommen.

Seit 1999 informiert die Kieler Nierenwoche immer im frühen Herbst über die Nieren und ihre Erkrankungen. Geistiger Vater und Urheber war Dr. Joachim Albrecht, selbst Nephrologe und immer noch engagiert im Rahmen der Nierenwoche. Organisiert wird diese Präventionsveranstaltung von der Interessengemeinschaft Niere – Region Kiel, Ärzten und Mitarbeitern aus dem Pflegebereich der nephrologischen und diabetologischen Praxen in Kiel, dem Universitätsklinikum Kiel sowie dem Städtischen Krankenhaus mit dem Ziel, das Bewusstsein für die lebenswichtigen Aufgaben der Nieren zu wecken und auf Risikofaktoren aufmerksam zu machen. Denn so klein und unscheinbar die Nieren auch sind, so groß ist ihr Einfluss auf die Lebensqualität. Die Nieren sind sensible Arbeiter und geniale Filter. Das Problem: Wenn sie leiden, leiden sie still. Im Frühstadium einer chronischen Nierenerkrankung treten selten Symptome auf. Bis die Patienten erste Anzeichen überhaupt spüren, können bis zu 90 Prozent der Nierenfunktion bereits verloren sein. Vorsorgeuntersuchungen können Unregelmäßigkeiten im Vorfeld sehr viel früher sichtbar machen.

Schätzungen zufolge hat etwa jeder zehnte Deutsche eine chronische Nierenerkrankung, jeder zweite der über 75-Jährigen. Zunehmend sind jedoch auch junge Menschen betroffen. Hoher Blutdruck und Diabetes sind die häufigsten Ursachen. Auch Übergewicht spielt eine wichtige Rolle. Die Nieren nehmen im menschlichen Stoffwechsel eine zentrale Stellung ein. Sie steuern den Flüssigkeits- und Salzhaushalt des Körpers und produzieren Hormone zur Steuerung des Blutdrucks oder zur Bildung von roten Blutkörperchen. Ebenso aktivieren sie Vitamin D für den Knochenstoffwechsel. Als „Recyclingspezialisten“ trennen sie wiederverwertbare Substanzen von Stoffen, die ausgeschieden werden sollen. Der Transport von Flüssigkeiten, Salzen und Abfallstoffen in die Niere erfolgt durch das Blut. In der Niere werden diese Stoffe dann in einem komplexen Filtersystem verarbeitet. Eine langanhaltende oder wiederholte Schädigung kann sich im Laufe der Zeit zu einer Nieren-insuffizienz entwickeln, die Nieren arbeiten dann nur vermindert oder stellen ihre Funktion als Blutfilter ganz ein.

Im Rahmen der Kieler Nierenwoche können Besucher ihre Werte für Blutzucker, Cholesterin, den Nierenfunktionswert Kreatinin und die Gomeruläre Filtrationsrate bestimmen sowie ihren Blutdruck messen lassen – Parameter, die bei dauerhaftem Abweichen von den Normwerten zu „Nierenkillern“ werden können. Fachärzte beurteilen im persönlichen Gespräch vor Ort die Messergebnisse. Eine Ernährungsberatung und Bioimpedanz-Messung gehören ebenfalls zum traditionellen Programm. Dabei wird der elektrische Widerstand des Körpers gemessen und damit das Verhältnis von Fettgewebe, Wasser und Muskulatur bestimmt. Es gibt vielfältige Informationsmöglichkeiten zu Diabetes und Organspende, Sonderaktionen, Ausstellungen und einen Nierentest für zu Hause.

Kieler Nierenwoche, 11. bis 14. September, Holstentörn, Kiel. Mi-Fr: 10-18 Uhr, Sa: 10-15 Uhr.