Kuss oder kein Kuss? – Niederdeutsche Bühne Preetz präsentiert Schneewittchen

Die Tiere im Wald helfen Schneewittchen (Monya Granow). Christina Freitag (v.li.) als Eule, Emily Ceemnyjewski als Igel und Franziska Frank als Reh. Foto: kib

 

 

Preetz. Die Haut weiß wie Schnee, die Lippen rot wie Blut, das Haar schwarz wie Ebenholz – so beginnt die Geschichte um Schneewittchen, eines der schönsten und beliebtesten Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Im Dezember steht es an drei Wochenenden auf dem Spielplan der Niederdeutschen Bühne Preetz. Gesprochen wird Hochdeutsch. Katharina Glau und Henning Will führen Regie und haben schon frühzeitig angefangen zu recherchieren, um das Textbuch zu schreiben. „Dafür haben wir viel gelesen, auch die Originalfassung, und Filme angesehen“, so Henning will, und Katharina Glau ergänzt: „Aus dem Disneyfilm haben wir uns von der Tierszene inspirieren lassen. Bei uns sind es Reh, Eule, Igel und Käfer, die Schneewittchen zum Haus der Zwerge führen.“ Im März fand bereits das Casting statt, seit Ende der Sommerferien laufen die Proben: mit 17 jungen Schauspielern zwischen acht und 27 Jahren, drei davon sind Neuzugänge. Einige der Darsteller übernehmen zwei Rollen, aber keine der Rollen sei doppelt besetzt. Will: „Bisher hatten wir immer Glück, und keiner ist ausgefallen.“

Mit acht Jahren die Jüngste und neu im Team ist Sarah Gill. Sie spielt den kleinsten Zwerg, „den Meister“, der nicht nur den anderen Zwergen sondern auch Schneewittchen sagt, wo es lang geht. Seit Sarah das plattdeutsche Stück „Mit dien Ogen“ gesehen hat, wollte sie auch gern auf der Bühne stehen und konnte beim Weihnachtsmärchen gleich eine Sprechrolle übernehmen. Und wie hat sie ihren Text gelernt? „Zehn mal lesen, dann kann ich es auswendig“, sagt sie. Aber ein wenig aufgeregt sei sie schon.

Schneewittchens Prinz spielt der 14-jährige Joost Ratzow, es ist bereits sein drittes Weihnachtsmärchen. Und: Nein, küssen müsse er Schneewittchen nicht. In einer zweiten Rolle übernimmt er den Part des Käfers: „Ich werde vorher schon auf Prinz geschminkt, stecke also bereits als Prinz im Käfer“, beschreibt er einen Trick der Maske. Nur die Frisur erfahre während der Metamorphose zum Königssohn hinter der Bühne noch ein Umstyling.

Lea Gaycken ist mit 27 Jahren die älteste Darstellerin. Sie gibt die böse Stiefmutter, die Schneewittchen als verkleidete Hexe nach dem Leben trachtet. 2005 hatte Gaycken in der kleinen Meerjungfrau ihren ersten Weihnachtsmärchenauftritt. Und obwohl sie längst im Erwachsenentheater angekommen ist, spielt sie immer wieder gern für und mit Kindern: „Es macht mir noch mehr Spaß, und die Kinder wachsen einem ans Herz.“ Der besondere Reiz liege auch darin, dass sie hier wieder eine böse Rolle übernehmen dürfe: „Im Liegestuhl liegend mit den Hofdamen Cocktails trinken und über Schneewittchen herziehen“, verrät sie eine Szene und macht schon mal ganz schön neugierig auf das Preetzer Schneewittchen.

Für Kinder von drei bis 99 Jahren, auf Hochdeutsch, mit Pause, in der es ein Catering gibt. Alle Aufführungen in der Friedrich-Ebert-Halle, Lohmühlenweg 34 in Preetz. Premiere Sa, 1. Dez., 14.30 Uhr, weitere Aufführungen: So, 2. Dez., 12.30 und 15 Uhr, Sa, 8. Dez. 11, 14.30 und 17 Uhr, So, 9. Dez. 12.30 und 15 Uhr, Sa, 15. Dez. 14.30 und 17 Uhr, So, 16. Dez. 12.30 und 15 Uhr.kib

Karten online unter www.nbpreetz.de, über Tel. 0431/26099412, in der Parfümerie des Gesundheitszentrums am Löwen und in der Touristinfo.