Abschluss mit Höhepunkten

Michelle Koscielniak (links) und Marlon Jost (rechts) von Jugend gegen AIDS übergaben Schulleiter Manfred Behrens (2.v.l.) und den Schülerinnen Leonie Asmus (2.v.r.) und Ida Lotte Müller (Mitte) den Kondomautomaten, der künftig im Oberstufengebäude der Gemeinschaftsschule Friedrichsort seinen Platz haben wird. .

Kiel-Friedrichsort. Kondome in der Schule kaufen? Für Marlon Jost von „Jugend gegen Aids“ gibt es dafür genügend Gründe. Knapp 100 Kondomautomaten hat die Aufklärungsinitiative bundesweit in Schulen schon aufgestellt.

Die Gemeinschaftsschule Friedrichsort in Kiel ist nun die erste Schule in Schleswig-Holstein, die über einen solchen Automaten verfügen wird. „Kondome sind für ein mit Taschengeld gefüttertes Portemonnaie verhältnismäßig teuer. Man setzt andere Einkaufsprioritäten. Da ist der Preis von 20 Cent am Automaten in der Schule recht erschwinglich“, sagt Marlon Jost. Außerdem ist der Kauf von Kondomen inmitten der Öffentlichkeit, etwa in einem reichlich frequentierten Supermarkt, für viele Jugendliche mit Scham verbunden.

Die Aufstellung des Kondomautomaten geht auf die Initiative von Schülern der schulinternen „Unesco-Gruppe“ eines Wahlpflichtkurses zurück. Schülerin Ida Lotte Müller berichtet: „Wir beschäftigen uns in der Gruppe mit Klimaschutz, sozialen Projekten und Gesundheitlichem. Wir sprachen über den Welt-Aids-Tag und kamen so auf die Idee an Jugend gegen Aids zu spenden.“ Etwas mehr als 500 Euro konnte die Schülergruppe sammeln und spendete den Betrag. Für ihr Engagement übergaben Michelle Koscielniak und Marlon Jost nun der Gemeinschaftsschule Friedrichsort den neuen Automaten.

Im Rahmen des stets laufenden „Projekt: Aufklärung“ von Jugend gegen Aids ist eine Zusammenarbeit mit dem Verein übrigens immer möglich. „Das ist unser tägliches Geschäft“, so Marlon Jost. „Wir möchten Schüler dazu bewegen, Aufklärungsarbeit zu leisten.“ Jugend gegen Aids bildet Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren aus, damit sie anschließend an ihren Schulen Aufklärungsworkshops leiten, denn nicht jeder Jugendliche möchte unbedingt mit seinen Eltern oder Lehrern über Sexualität sprechen. Nicht zuletzt durch die stetig ansteigenden Infektionsraten von sexuell übertragbaren Krankheiten unter jungen Menschen in Deutschland ist der Schritt, früh aufzuklären und den Zugang zu Verhütungsmitteln zu erleichtern, folgerichtig.

„Der Automat wird nach den Sommerferien einen Platz im Oberstufengebäude bekommen“, sagt indes Schulleiter Manfred Behrens. Die Befürchtung, dass mit dem Automateninhalt Schabernack getrieben wird, wie etwa die Nutzung als Wasserbomben, hält sich beim Schulleiter in Grenzen. „Sollte das im übertriebenen Maße vorkommen, dann müssen wir ihn wieder abnehmen, doch die Probleme, die ohne den Kondomautomaten auftauchen könnten, wären weitaus größer“, so Behrens weiter. Kondome sind eben nicht nur Verhütungsmittel, sondern genauso aktive Gesundheitsvorsorge.tbu