Kieler Kunst für Kieler Bürger – Ausgewählte Werke aus dem Besitz der Landeshauptstadt in der Stadtgalerie

Dr. Peter Kruska, Leiter der Stadtgalerie, zeigt zum 30-jährigen Bestehen des Hauses Neuerwerbungen und herausragende Stücke aus dem Bestand. Links Kulturdezernentin Renate Treutel und Sönke Kniphals, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stadtgalerie. Fotos: emk

Kiel. „Das kulturelle Gedächtnis der Stadt“ – so bezeichnet Leiter Dr. Peter Kruska das Magazin der Stadtgalerie Kiel. Unter dem Titel „Unsere Kunst Eure Kunst“ zeigt das Haus bis zum 17. Februar 2019 herausragende Stücke und Neuerwerbungen. Erstmals sind dabei Werke von allen Brockmann-Preisträgern in einer Ausstellung zu sehen, gemeinsam mit Gemälden von Gottfried Brockmann selbst.

„Gottfried Brockmann war Kulturreferent von Oberbürgermeister Andreas Gayk“, erklärt Kruska. „Sie haben in der Nachkriegszeit Kunst angekauft – um Künstler zu unterstützen und um die Amtszimmer im Rathaus auszustatten.“ Aus dieser Zeit besitzt die Stadtgalerie Werke ab den 1920er-Jahren, etwa von Kieler Expressionisten wie Heinrich Ehmsen, Werner Lange und Peter Drömmer. Brockmanns sachlich-surreale Gemälde reihen sich in diese frühen Erwerbungen ein.

„Mit der Gründung der Stadtgalerie 1988 waren gezielte Ankäufe möglich“, so Kruska weiter. Der Schwerpunkt lag auf aktueller Kunst aus Kiel, Schleswig-Holstein und dem Ostseeraum. Wie seine Vorgänger Wolfgang Zeigerer und Knut Nievers kauft Peter Kruska aus jeder Ausstellung einzelne Werke an – häufig unterstützt vom Förderverein der Stadtgalerie. „Gerade für junge Künstler ist es eine Auszeichnung, in unserer Sammlung zu sein – dadurch werden auch andere Galerien auf sie aufmerksam.“

Um den Nachwuchs aus Kiel zu fördern, vergibt die Stadt seit 1985 alle zwei Jahre den Gottfried-Brockmann-Preis. Die Werke der Preisträger finden sich am Beginn der Ausstellung. Bereits im Foyer rauschen kinetische Objekte von Hendrik Lörper, im Schaufenster stehen die WG-Würfel von Ilka Kollath, und Julia Bornefelds federbesetzte Flügel-Skulpturen weisen den Weg in die Galerieräume. Viele der Brockmann-Preisträger haben sich inzwischen in der Kunstwelt einen Namen gemacht.

Natürlich verzichtet Peter Kruska in der Ausstellung nicht auf die bekannten Künstler, die chronologisch zwischen den Brockmann-Gemälden und den Brockmann-Preisträgern stehen: Peter Nagel, Elsbeth Arlt und ihre Zeitgenossen sind mit charakteristischen Werken vertreten. Auch hier gab es Neuerwerbungen, etwa ein Frühwerk von Harald Duwe und die Bodenarbeit „New York Post“ des 2016 verstorbenen Raffael Rheinsberg.

Mit der Ausstellung feiert die Stadtgalerie ihr 30-jähriges Bestehen. Die rund 100 Objekte von 80 Künstlern repräsentieren dabei nur einen kleinen Teil des öffentlichen Kunstbesitzes, wie Peter Kruska verrät: „Unser Magazin enthält noch viele Schätze.“emk

Stadtgalerie Kiel, Andreas-Gayk-Straße 31, Kiel. Dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr, donnerstags auch 19 Uhr. 24., 25. und 31.12. geschlossen. Eintritt frei. Führungen donnerstags, 17 Uhr. Tel. 0431/9013411, www.stadtgalerie-kiel.de