Große Freude an Mini-Details – Modelleisenbahnclub Kiel öffnet wieder sein Clubheim für alle Modellbahn-Fans

Modelleisenbahnclub Kiel: Mehrere Meter lang ist das große Fahrpult, von dem aus zum Beispiel Horst Hahn (li.) und Marius Rhörig als Fahrdienstleiter die verschiedenen Züge auf den zahlreichen Gleisen gleichzeitig steuern können.

Kiel. Sie ist rund 150 Quadratmeter groß, die historische Modellbahnanlage des Modelleisenbahnclubs Kiel. Gut 1000 Meter Schienen der Weite H0 verlaufen durch Stadtgebiete, Weinberge und Industrielandschaften. Rund 50 Jahre Arbeit stecken inzwischen in der Anlage. Im Dezember und Januar gibt es wieder ein paar Tage, an denen die Modelleisenbahner des Clubs ihr Clubheim für alle kleinen und großen Neugierigen öffnen, die sich von der Detailgenauigkeit der riesigen Anlage beeindrucken lassen wollen. Zu sehen gibt es einiges: zunächst mal 75 verschiedene Züge aller Arten und aus allen Epochen. Mehrere davon können gleichzeitig, jeweils streng nach Fahrplan von einem mehrere Meter langen Fahrpult aus, durch die Strecken gesteuert werden. Möglich macht das unter anderem eine aufwendige elektronische Steuerung, die von Vereinsmitgliedern selbst entwickelt, programmiert und installiert wurde.

Winzige LEDs sorgen dafür, dass Autos, Fahrräder und Fabrikschornsteine im Maßstab 1:87 wie in Wirklichkeit beleuchtet sind. Mit feinen Pinseln haben kleine Plastikrohre realistischen Rost-Look bekommen, Hauswände sind „naturgetreu“ angeschmuddelt, und wer ganz genau hinguckt, kann vielleicht sogar bekannte Details wiederfinden – den Bauwagen von Peter Lustig zum Beispiel.

Die Altersspanne der Vereinsmitglieder reicht von 17 bis 70 Jahre. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Berufen. Der jüngste Anlagenteil ist ein aus Modulen aufgebauter Nachbau des Kieler Nordhafens mit Scheermole. Während der Rest der Anlage grob die Zeit um 1950 darstellt, ist die neue Hafenanlage im Zustand etwa der 1970er-Jahre gebaut.

Modelleisenbahnclub Kiel (2): Originalgetreu bis ins kleinste Detail ist die große Anlage des Modelleisenbahnclubs Kiel. Jürgen Mißfeldt und die anderen Clubmitglieder können jede Menge zur Anlage, zu den Modellen und den originalen Vorbildern erzählen.
Fotos: Jan Köster

An der Mole liegen dort originalgetreue Modellschiffe, deren Vorbilder zum Teil lange zum Kieler Hafen gehörten. Wer über sie oder andere der Wirklichkeit entlehnte Modellbauten der Anlage mehr erfahren möchte, findet in den Angehörigen des Clubs allerbeste Ansprechpartner. Denn selbstverständlich haben sie sich mit den technischen Einzelheiten, den baulichen Details und der Geschichte jeder einzelnen originalen Vorlage, ob Zug, Gebäude oder Schiff, intensiv auseinandergesetzt.

Besichtigungszeiten sind am morgigen Sonntag, 18. November, von 10 bis 17 Uhr sowie an den Adventswochenenden 8./9. Dezember und 15./16. Dezember und den Wochenenden 5./6. und 12./13. Januar. Jeweils am Sonnabend von 13 bis 18 Uhr, und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Auf dem Basar des Clubs können Modellbahner auch wieder gebrauchte Modellbahn-Artikel verschiedener Spurweiten erwerben. kst

Modelleisenbahnclub Kiel, Pestalozzistraße 79, Kiel. Eintritt: 4 Euro, Kinder von vier bis elf Jahren 2 Euro. Infos zum Verein unter www.mec-kiel.de