Gegensätze ziehen sich an Wenn Ruhe auf Bewegung trifft – Galerie Brennwald mit neuer Ausstellung

Anja Struck (li.) und Regine Tarara präsentieren ihre Kunstwerke noch bis Mitte Februar in der Galerie Brennwald. Foto: Marie-Kristin Kielhorn

Kiel. Ruhig. Bewegt. Diese beiden Wörter sind nicht nur der Titel der aktuellen Ausstellung in der Galerie Brennwald, sondern beschreiben auf minimalistische Art und Weise das, was auf den Bildern der beiden Künstlerinnen Regine Tarara und Anja Struck zu sehen ist.

„Mein Mann und ich gehen viel an der Elbe spazieren, da entstehen meine Ideen“ – Regine Tararas Leidenschaft zur Malerei war schon immer da. In Bayern geboren und aufgewachsen, zog es sie 1985 an die Fachhochschule für Gestaltung nach Hamburg, die sie mit dem Abschluss „Diplom-Designerin“ 1990 verließ. Neben zahlreichen Ausstellungen folgten Auszeichnungen für Buchillustrationen sowie der Dr.-Hedwig-Meyn-Preis der Stadt Lüneburg, ihrer jetzigen Heimat. Flusslandschaften zu verschiedenen Jahreszeiten reizen sie besonders: „Ich male oft abstrakt. Außerdem habe ich keine festen Orte im Sinn, sondern male aus der Erinnerung heraus“, erklärt die Lüneburgerin, die schon an Ausstellungen in Paris, London und Tokio beteiligt war. Ihre Maltechnik: viele Schichten übereinander. Ihr Material: Acryl- und Ölfarbe. Und Wachsmal-Stifte. Den Untergrund spachtelt sie oft und geht anschließend mit einer Rolle mit wenig Farbe darüber. So entstünden ganz besondere Effekte auf der Leinwand.

Besondere Effekte weiß auch Anja Struck auf die Leinwand zu bringen. Die gebürtige Hamburgerin studierte unter dem Maler Harald Duwe an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, ehe weitere Abschlüsse, wie zum Beispiel zur Kunstpädagogin oder Grafikdesignerin, folgten. „Der Mensch ist mein Thema. Porträts haben mich schon immer fasziniert. Irgendwann kam dann die Bewegung dazu.“ „Irgendwann“ war während ihres Aufenthalts in Peking 2010. „Ich habe nachts Fahrradfahrer fotografiert, und die verwischten Bewegungen wollte ich sofort auch auf der Leinwand sehen“, erzählt die Künstlerin noch ein wenig in Erinnerungen schwelgend. Bewegung an sich ist aus ihrem Leben nicht wegzudenken: „Ich liebe das Laufen, Schwimmen und Tanzen. Beim Energy- oder Break-Dance finde ich meine Impulse für neue Ideen.“ Schon als Kind hat Anja Struck viel gemalt. „Ich wollte immer, dass meine Eltern meine Bilder aufhängen“, erinnert sich die Künstlerin, die mit dem Kulturförderpreis des Landkreises Lüneburg ausgezeichnet wurde. Bei ihren Bildern entsteht immer zuerst der Hintergrund, ehe leichte Kohle-Skizzen folgen und anschließend die Ölfarbe zum Einsatz kommt. Dann muss alles erst einmal trocknen – Ölfarbe braucht dafür bis zu drei Wochen. In der letzten Phase werden die Schatten ausgearbeitet und an den richtigen Stellen die Farbe verwischt. Während der Trockenphase kommt aber keine Langeweile auf, denn Anja Struck malt meist an fünf verschiedenen Bildern gleichzeitig. „Wenn ich eine längere Zeit nicht gemalt habe, dann fehlt mir irgendetwas. Und wenn ich mittendrin bin, dann verschwindet alles um mich herum, und es gibt nur mich und mein Bild.“ kie

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. Februar in der Galerie Brennwald, Feldstraße 133 in Kiel, zu sehen. Mehr Informationen im Internet unter www.brennwald-galerie.de