Freitagsstreiks fürs Klima

Hunderte Schüler demonstrorierten am vergangenen Freitag in Kiel für eine bessere Klimapolitik. Foto: Thomas Eisenkrätzer

Auch Kieler Schüler engagieren sich

Kiel. Schon zum dritten Mal zogen am vergangenen Freitag Schüler und Studenten durch Kiel, um für einen besseren Klimaschutz und den Ausstieg aus der Kohleenergie zu demonstrieren. Etwa 700 junge Teilnehmer versammelten sich zunächst vor dem Landeshaus, um anschließend durch Kiel bis vor das Kieler Rathaus zu ziehen. „Wenn der Planet stirbt, wenn wir keine Zukunft haben, dann brauchen wir auch nicht zu lernen“, ist die Grundaussage der Schüler, die jeweils freitags in den Schulstreik treten, um die politisch Verantwortlichen aufzufordern, schneller und mehr für den Klimaschutz zu tun. Dass sie damit unter Umständen eine schriftliche Missbilligung ihrer Schule riskieren, nehmen die Schüler in Kauf. Bisher halten sich die Schulen jedoch offenbar mit solchen Strafmaßnahmen zurück.

Die Bewegung „Fridays für Future“ (Freitage für die Zukunft) geht auf die jetzt 16-jährige Greta Thunberg aus Schweden zurück. Das Mädchen schwänzte seit August 2018 zunächst mehrere Wochen lang die Schule, um vor dem schwedischen Parlament bis zur nächsten Wahl für das Klima zu streiken. Seitdem streikt sie dort noch immer jeden Freitag und steht dort längst nicht mehr allein. Unter dem Hashtag

#fridaysforfuture ist die junge Schwedin über das Internet, klassische Medien und soziale Netzwerke längst zu einem Vorbild auch für Jugendliche in ganz Europa geworden. Am vergangenen Freitag ließen allein in Deutschland in 55 Städten Schüler und Studenten ihre Lehrveranstaltungen links liegen, um sich mit Demonstrationen für eine bessere Zukunft einzusetzen. Und laut den Ankündigungen auf Instagram werden an folgenden Freitagen noch weitere Städte dazu kommen.

In Kiel traten die Schüler erstmals am 14. Dezember des vergangenen Jahres in den Klimastreik und demonstrierten. Mit rund 50 Teilnehmern hatten die Organisatoren gerechnet, es wurden rund zehn Mal so viele. Es folgten die Aktionen am 21. Dezember und am 18. Januar. Laut verschiedenen Posts in sozialen Netzwerken und der Webseite fridaysforfuture.de ist für den kommenden Freitag, 25. Januar, von 12 bis 16 Uhr eine zentrale Demo in Berlin geplant, wo an diesem Tag die Kohlekommission über den Kohleausstieg diskutiert.