Feine Kunst vom Brett

Wie verschieden Holzschnitte sein können, zeigt die aktuelle Ausstellung im Künstlermuseum Heikendorf. Ein Beispiel für die Vielfalt ist "Der Berg Fuji" von Eva Pietzcker. Foto: hfrWie verschieden Holzschnitte sein können, zeigt die aktuelle Ausstellung im Künstlermuseum Heikendorf. Ein Beispiel für die Vielfalt ist "Der Berg Fuji" von Eva Pietzcker. Foto: hfr

Künstlermuseum zeigt Drucke aus Deutschland und Japan

Heikendorf. „Fokus Holzschnitt“ ist der Titel der diesjährigen Winterausstellung des Künstlermuseums Heikendorf, die dort noch bis zum 24. Februar zu sehen sein wird. Wie der Titel schon verrät, dreht sich alles um den Holzschnitt. Diese Technik bevorzugte der zur Heikendorfer Künstlerkolonie gehörende Maler und Grafiker Oscar Droege, der in diesem Jahr vor 120 Jahren geboren wurde. In der kleinen Ausstellungshalle präsentiert das Museum seine meisterlichen Farbholzschnitte. Droege liebte das Meer, die Wellen und den Wind. Zudem nahm er sich gerne schleswig-holsteinische Landschaften mit ihren charakteristischen Bebauungen in unterschiedlichen Jahreszeiten als Motive und bereicherte sie mit Schwarzbunten und mit weißem Federvieh. Auch „Landschaften von oben“ und Blumenstillleben schuf der aus Hamburg stammende Künstler.

Zusätzlich werden in der großen Ausstellungshalle Farbholzschnitte des bei Flensburg lebenden Künstlers Nikolaus Störtenbecker und der seit 1991 in Berlin freischaffenden Grafikerin Eva Pietzcker gezeigt. Im künstlerischen Schaffen des in Hamburg ausgebildeten Künstlers Störtenbecker, der auch als Initiator der Norddeutschen Realisten sowie vieler thematisch gebundener Pleinairs bekannt ist, nimmt das grafische Werk einen eigenständigen und beachtlichen Platz ein. Seit 1986 beschäftigt sich Störtenbecker intensiv mit dem Farbholzschnitt. Eva Pietzcker legte ihren künstlerischen Schwerpunkt zu Beginn der 1990er-Jahre auf die Druckgrafik. Seit 2001 hat sie eine eigene Druckwerkstatt in Berlin. Nach ihrem Studium in Nürnberg und Berlin zog es sie immer wieder, unter anderem im Rahmen von „Artist in Residence“-Programmen oder von Lehrtätigkeiten, ins Ausland: nach Kanada, in die USA und nach Asien. Bereits 2003 recherchierte sie in China zum traditionellen Holzschnitt.

Zudem hat es die Kunststiftung Spielmann-Hoppe möglich gemacht, das Anregungsmaterial aller drei Künstler, Holzschnitte aus Japan, ebenfalls zu zeigen. Im Atelierhaus können die Besucher die Ausstellung „Manga – Bijinga – Shunga (= spontane Zeichnungen – Schöne Frauen – Liebesspiele)“ sehen. Gezeigt werden zahlreiche Beispiele von Hokusais „Manga“-Blättern neben Darstellungen schöner Frauen und Liebesszenen, Theater-, Kampf- und Reisebilder, Pflanzen und Tiere. Sie sind die Grundlage für die heute unter dem Begriff „Manga“ weltweit verbreiteten japanischen Comics.

Fokus Holzschnitt. Noch bis 24. Februar im Künstlermuseum Heikendorf-Kieler Förde, Teichtor 9, Heikendorf. Öffnungszeiten Dienstag bis Sonnabend, 14 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr. Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Internet: www.kuenstlermuseumheikendorf.eu