Die wunderbare Welt der Buchstaben – Geschenke-Tipps aus den Preetzer Buchhandlungen

Foto: Kirsten Böttcher „Sehr gelungen“ - Ulrike Barthel achtet bei ihren Empfehlungen auch auf die Gestaltung des Covers.

Preetz. Für viele Menschen gehört ein Buch unbedingt unter den Weihnachtsbaum. Die Preetzer Literaturexpertinnen Ulrike Barthel, Christina Bergers und Karin Peters-Leber empfehlen Lesenswertes zum Genießen und Verschenken.

Empfehlungen von Karin Peters-Leber, Bücherstube

In Jeffrey Archers Traum des Lebens müssen sich der junge Alexander Karpenko und seine Mutter Elena 1968 auf der Flucht vor dem KGB entscheiden. Am Hafen von Leningrad gibt es zwei Möglichkeiten für die blinden Passagiere: entweder nach Großbritannien oder in die USA. Über eine Zeitspanne von 30 Jahren begleitet Archer beide Alternativen.

„Was wäre, wenn? – Ein toller Schmöker, der nachdenklich macht und an eigene Entscheidungen im Leben denken lässt.“

Heyne, 704 Seiten, 24 Euro.

Wenn nicht jetzt, wann dann? Handeln für eine Welt, in der wir leben wollen, heißt das neue Buch von Harald Lesch und Klaus Kamphausen. Klimawandel, die Ausbeutung von Mensch und Natur, das Leben rigoros durchökonomisiert, die Gesellschaft gespalten – die beiden Autoren werben für ein Umdenken und erörtern gemeinsam mit anderen namhaften Experten Lösungsansätze und Handlungsmöglichkeiten.

„Für ein Miteinander, von dem alle profitieren, denn unser Egoismus ist krank. Dieses Buch macht Mut und zeigt Wege auf. Und geht mit gutem Beispiel voran: ohne Plastikfolie, zu 100 Prozent recyclingfähig, mit Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft.“

Penguin Verlag, 366 Seiten, 29 Euro.

Ab 14, aber auch für Erwachsene gut lesbar ist Thalamus von Ursula Poznanski, Nach einem schweren Motorradunfall soll sich der 17-jährige Timo im Reha-Zentrum Markwaldhof erholen. Doch hier spielen sich merkwürdige Dinge ab. Sein Zimmernachbar, tagsüber Wachkoma-Patient und hoffnungsloser Fall, läuft nachts herum. Und auch Timo entdeckt an sich ungewöhnliche Fähigkeiten…

„Ein Fantasy-Thriller mit wissenschaftlichem Hintergrund, der reinzieht und nicht mehr loslässt. Manchmal fragt man sich: Ist das Spinnerei oder womöglich schon Realität?“

Loewe Verlag, 448 Seiten, 16,95 Euro.

Empfehlungen von Christina Bergers, Buchhandlung am Markt

In Dörte Hansens neuem Roman Mittagsstunde kehrt Archäologe Ingwer Feddersen in sein Heimatdorf zurück, um seine Großeltern zu pflegen. Ein Buch über das Verschwinden der bäuerlichen Welt, über Verlust, Abschied und Neubeginn.

„Vor allem aber eine Hommage an Schleswig-Holstein. Lässt man sich auf die Beschreibungen der Landschaft und ihrer Menschen ein, will man nicht mehr auftauchen. Für mich eines der besten Bücher in diesem Herbst.“

Penguin Verlag, 320 Seiten, 22 Euro, auch als Hörbuch, gesprochen von Hannelore Hoger.

1938 – Warum wir heute genau hinschauen müssen von Barbara Schieb und Jutta Hercher ist „eine Entdeckung“. Flüchtlingskrise, Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, internationales Kräftemessen, Erstarken der rechten Parteien, Fake News – vieles von dem, was sich 1938 ereignet hat, ist heute wieder aktuell. Das Jahr 1938 markierte einen Wendepunkt nicht nur im Leben vieler Menschen hier, sondern weltweit. Zeitzeugen, Überlebende und auch deren Enkel erzählen in persönlichen Berichten ihre Geschichte.

„Ein Buch, das mich bis ins Mark erschüttert hat und das den dringenden Wunsch entstehen lässt, Demokratie und Menschenrechte zu schützen, zu stärken und zu verteidigen.“

Elisabeth Sandmann Verlag, 200 Seiten, 24,95 Euro.

Wusstest du, dass eine Giraffe sich die Ohren auslecken kann? Dass Astronauten in Staubsauger pinkeln, dass Ketchup früher Medizin war, dass es in Australien eine unterirdische Stadt gibt? 321 superschlaue Dinge, die du unbedingt wissen musst von Mathilda Masters ist die andere Art von Lexikon und „die lustigste Wissensenzyklopädie der Welt“.

„Auf kurze, prägnante und vergnügliche Art wird das Wissen interessierter Kinder erweitert, schön illustriert von Louize Perdieus.“

Hanser Verlag, 287 Seiten,

22 Euro.

Empfehlungen von Ulrike Barthel, Stadtbücherei

Ein Unterhaltungsroman ist Miss Gladys und ihr Astronaut von David M. Barnett – „die Geschichte einer unglaublichen Freundschaft“ zwischen dem zum Mars reisenden Astronauten Thomas Major und der dementen Gladys Ormerod, die mit ihrer Familie in großen Schwierigkeiten steckt.

„Mit liebevoll ausgearbeiteten Charakteren eine humorvolle und warmherzige Geschichte, der es nicht an Tiefgang fehlt. Es geht um Themen wie Demenz, Schuld, Mobbing, aber auch um Zusammenhalt und Selbstlosigkeit.“

Ullstein, 410 Seiten, 15 Euro.

In Ein Leben lang. Was wir von unseren Großeltern über die Liebe lernen können stellt Autorin Julia Grosse die Lebens- und Liebesgeschichten von zehn internationalen Paaren vor, die seit mindestens 50 Jahren zusammen sind. Darunter alle möglichen Lebensmodelle: kinderlos oder kinderreich, gleichgeschlechtlich, zwangsverheiratet.

„Die Menschen kommen hier ausführlich zu Wort. Ein Buch, das allen, die sich darauf einlassen wollen, Mut macht auf eine lange und glückliche Beziehung über Höhen und Tiefen hinweg.“

Hoffmann und Campe, 240 Seiten, 20 Euro.

Wer ein Kinderbuch sucht, das eine geradezu heimelig nostalgische Stimmung heraufbeschwört und Kindern gleichzeitig etwas über Mut, Zusammenhalt und Freundschaft erzählt, ist mit Das kleine Waldhotel – Ein Zuhause für Mona Maus bestens beraten. In diesem ersten von drei Bänden, geschrieben von der Kanadierin Kallie George, verliert Maus Mona ihr Zuhause und ihre Familie. Auf der Suche nach einem neuen Heim findet sie im kleinen Waldhotel Unterschlupf als Zimmermädchen. Aber auch hier drohen Gefahren… Illustriert mit in Sepia gehaltenen Zeichnungen von Stephanie Graegin.

Egmont, 180 Seiten, 12 Euro.