Die sechs größten Fehler in der Hunde-Erziehung

Erziehung ist für Hunde unheimlich wichtig: Einerseits sorgt eine gute Erziehung dafür, dass Hunde vor Gefahren geschützt werden, andererseits wird der Hund nicht zur Gefahr für andere.

Doch trotz Hundeschulen und jeder Menge Fachliteratur machen viele Herrchen und Frauchen immer wieder dieselben Fehler. DeineTierwelt zeigt, welche sechs Fehler jeder Hundebesitzer vermeiden sollte.

Fehler 1:

Der Hund ist kein Mensch

Der Lieblingsfehler aller Hundebesitzer ist es, ihren Vierbeiner zu vermenschlichen. Eifersucht, Trauer, Verliebtheit, Aufregung, Beleidigung: Nur zu gern reden wir uns ein, dass unser Hund genau die gleichen Gefühle hat und zeigt wie wir. Und klar, in manchen Bereichen mag das stimmen – in vielen aber auch nicht. Wer einen Hund erziehen will, sollte daher immer daran denken, dass er eben nicht funktioniert und agiert wie ein Mensch – sonst steigern sich die Erwartungen schnell ins Unermessliche. Und die Enttäuschung ist groß.

Fehler 2:

Gewalt ist keine Lösung

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass Hundeerziehung absolut gar nichts mit Gewalt zu tun hat. Wer seinen Hund richtig und erfolgreich erziehen möchte, darf ihn nicht schlagen oder anderweitig körperlich angreifen. Das ist Tierquälerei. Bestrafungen können bei der Erziehung wichtig sein, aber diese sollten anders aussehen: Den Hund zu ignorieren, ihn nicht zu belohnen oder aus dem Zimmer zu schicken, reicht als Strafe vollkommen aus. Ein Hund, der Angst hat, wird niemals gehorchen.

Fehler 3:

Keine Konsequenz

Eine konsequente Erziehung ist das A und O bei Hunden. Ein beliebter Fehler ist es, zwischendurch Ausnahmen zu machen: Da wird dann heimlich doch einmal eine Kleinigkeit unter den Küchentisch gereicht oder bei Welpen angenommen, dass sie das eh alles noch nicht verstehen. Von wegen! Hunde sind sehr schlau. Wenn Herrchen einmal am Esstisch schwach wird, wird der Hund immer wieder betteln. Gerade Welpen sind sehr lernfähig: Schon mit wenigen Wochen sollten sie daher konsequent erzogen werden. Konsequent heißt aber nicht böse, sondern verlässlich. Heißt: In den gleichen Situationen immer gleich reagieren. Das baut Vertrauen und ein Gefühl von Sicherheit auf.

Fehler 4:

Keine klaren Worte

Der Hund gilt als bester Freund des Menschen. Das stimmt – aber trotzdem darf der Hund nicht mit der besten Freundin verwechselt werden: Herrchen und Frauchen brauchen nicht den ganzen Tag auf das Tier einzureden. Das führt nämlich nur dazu, dass der Hund seine menschlichen Rudel-Mitglieder zunehmend ignoriert. Er versteht nämlich nichts und wird vom ewigen Gerede eher irritiert. Deshalb sollten Hundehalten sich darauf konzentrieren, mit klaren Worten und Kommandos die Aufmerksamkeit zu halten. Diese wird der Hund schnell verstehen und danach agieren. Denn wenn konsequent mit dem Hund gesprochen wird, hört er die Kommandos wahrscheinlich gar nicht erst raus.

Fehler 5:

Nicht übertreiben

Natürlich: Am liebsten soll der Hund mit acht Wochen schon alle Grundkommandos beherrschen und eigentlich auch direkt noch die ersten Kunststücke. Je nachdem, wie viel die neuen Halter mit ihrem Tier üben, kann das auch klappen – muss es aber nicht. Denn: Ein Hund braucht nicht den ganzen Tag Beschäftigung und Übungseinheiten. Wichtig sind auch Ruhepausen – dann ist das Tier beim nächsten Mal gleich viel motivierter. Und überhaupt: Erziehung braucht Zeit und Geduld, von Rasse zu Rasse manchmal auch ein wenig mehr. Wichtig ist nur, dass Herrchen und Frauchen am Ball bleiben. Der Spaß sollte für Zwei- und Vierbeiner immer im Vordergrund stehen.

Fehler 6:

Loben, loben, loben

Wenn der Hund etwas richtig gemacht hat, dann bekommt er ein Lob. Da lässt sich doch eigentlich gar nichts bei falsch machen, oder? Und ob! Ein großer Fehler in der Erziehung von Hunden ist das falsche Loben – denn dabei kommt es auf ein exaktes Timing an. Das Lob muss direkt auf die Handlung folgen, damit der Hund auch versteht, was er gerade gut gemacht hat. Wenn der Hundehalter zulange wartet, hat der Hund inzwischen vielleicht schon etwas getan, was gar nicht gewollt war – das Lob wird dann automatisch mit dem ungewünschten Verhalten verknüpft. Der richtige Zeitpunkt für ein Lob, ja, auch das muss geübt sein.