Wenn das Auto zur Todesfalle für den Hund wird

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Jeden Sommer lassen verantwortungslose Hundebesitzer ihre Tiere bei hohen Temperaturen im Auto zurück. Doch für Hunde kann ein Auto, das in sich in der Sonne aufheizt, schnell zur Todesfalle werden. Was also tun, wenn man einen leidenden Hund im Auto entdeckt? Darf man einfach die Scheibe einschlagen? DeineTierwelt hat sich dazu juristisch beraten lassen.

Kein Sommer ohne Horror-Meldungen, dass Hunde im Auto zurückgelassen wurden und qualvoll verendet sind. In diesem Jahr gab es einen besonders dramatischen Fall: In Jülich (Nordrhein-Westfalen) hatte ein Mann seinen Hund im Auto gelassen – zusammen mit einer dreisten Nachricht an besorgte Passanten.

„An alle Neugierigen! Es sitzt ein Hund im Auto, ich weiß das und es geht ihm gut! Jetzt kümmern Sie sich um ihre Sachen und mischen Sie sich nicht in Dinge, die Sie nichts angehen!“, stand auf einen Zettel hinter der Windschutzscheibe geschrieben.

Jülich: Hund stirbt an Hitzschlag im Auto

Doch dem Hund ging es nicht gut. Der Innenraum des Wagens hatte sich bei einer Außentemperatur von 25 Grad über Stunden zum Backofen entwickelt. Als die Feuerwehr, die ein Fußgänger gerufen hatte, eines der völlig beschlagenen Fenster einschlug, war der Hund bereits tot. Er hatte einen Hitzschlag erlitten.

Angeblich will der Mann seinen Vierbeiner nur zwei Stunden alleingelassen und mit Wasser versorgt haben. Doch die Polizei bezweifelte dies und stellte Strafanzeige. Das Amtsgericht Jülich entschied in der vergangenen Woche: Der 52-Jährige hat gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, er muss 3.200 Euro Strafe zahlen.

Darf man einen Hund aus dem Auto befreien?

Hätte der Hund gerettet werden können? Was soll, kann und darf man tun, wenn man ein eingesperrtes Tier im Auto sieht? Ja, darf man – und sollte es auch tun, sagt Anwalt Heiko Hecht aus Hamburg in der neuen Folge des DeineTierwelt-Podcasts „Pet-Talks: Klartext“.

Auch, wenn Tiere nach dem Gesetz Sachen sind. „Und mit Sachen kann man machen, was man will. Manchmal gehen Menschen mit Sachen komisch um”, weiß Rechtsanwalt Hecht. Das Problem sei vor allem die „Vereinsamungstendenz in der Gesellschaft“, so der Anwalt. Deshalb appelliert der 41-Jährige im Podcast: „Nicht wegschauen, wenn man an einem warmen Tag einen im Auto eingesperrten Hund sieht!“

Hunde können nicht schwitzen

Denn Hunde können ihre Körpertemperatur nicht über Schwitzen regulieren – sie haben nur wenige Schweißdrüsen, lediglich an der Nase und den Pfotenballen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur deshalb ausschließlich über das Hecheln und die Wasseraufnahme.

Ab etwa 28 Grad bricht dieses fragile Kühlungssystem des Hundes zusammen. Gefahr: ein Hitzschlag. Kreislaufschock und Organversagen drohen, im schlimmsten Fall der Tod.