Hundeführerschein: Die Lizenz zum Gassi-Gehen

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In den meisten Bundesländern ist der Hundeführerschein (noch) eine freiwillige Sache. Der Halter kann damit beweisen, dass er seinen Hund im Alltag unter Kontrolle hat – auch ohne Leine. Der Führerschein kostet Geld, bringt aber Vorteile. DeineTierwelt beantwortet die wichtigsten Fragen zur Lizenz zum Gassi-Gehen.

Was ist ein Hundeführerschein?

Der Hundeführerschein ist ein Zertifikat für Hundehalter: Wer die Prüfung ablegt, muss einen theoretischen und einen praktischen Teil bestehen. Im Theorie-Teil geht es um Fragen des Umgangs mit dem Hund, seine artgerechte Haltung, aber auch gesetzliche Vorschriften. Im Praxis-Teil beobachten die Prüfer Hund und Halter in typischen Alltagssituationen – im Café, wenn der Hund unterm Tisch liegt und der Kellner kommt, oder beim Spaziergang ohne Leine im Park.

Wo kann man den Test machen?

Der Hundeführerschein wird von Prüfern abgenommen, die Verbänden wie dem Internationalen Berufsverband der Hundetrainer und Hundeunternehmer (IBH), dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und dem Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) angehören. Die Kosten variieren und liegen meist um die 100 Euro. „Unsere Hundeführerscheinprüfung kostet maximal insgesamt 105 Euro“, sagt beispielsweise Ausbildungsratsvorsitzende Ariane Ullrich vom BHV.

Ist der Hundeführerschein Pflicht?

In Niedersachsen ist ein sogenannter Sachkundenachweis seit Juli 2013 Pflicht für alle, die sich einen Hund neu anschaffen. Auch dieser Nachweis wird umgangssprachlich oft Hundeführerschein genannt. Die zuständigen Behörden erkennen aber nur die Hundeführerscheine einiger Verbände wie dem BHV und dem IBH an. Sachkundenachweis und der sogenannte Hundeführerschein sind also nicht dasselbe, manchmal im Endeffekt aber gleichwertig.

Wie ist es in anderen Bundesländern?

Deutschlandweit gibt es Forderungen nach ähnlichen verbindlichen Nachweisen für alle Hundehalter. Für gelistete Hundearten, die als gefährlich angesehen werden, sind Nachweise fast überall bereits Pflicht. In Berlin gelten seit 2019 verschärfte Regeln für alle Hunde: Halter, die ihre Tiere auch abseits von Hundeauslaufgebieten freien Lauf bieten wollen, brauchen seit Beginn des Jahres einen Sachkundenachweis, wenn sie ihren Hund erst nach dem 22. Juli 2016 angeschafft haben.

Bringt ein Hundeführerschein weitere Vorteile?

Die Halter erfahren nicht nur, ob sie ihren Hund unter Kontrolle haben – es gibt auch einen finanziellen Anreiz: Vielerorts, zum Beispiel in München, können Hundehalter nach Erlangen eines Hundeführerscheins eine Befreiung von der Hundesteuer beantragen. In vielen anderen Städten und Gemeinden wird sie zumindest gesenkt.

Was muss der Halter für den Hundeführerschein können?

Beim BHV sind 40 Fragen aus allen Themenbereichen zu beantworten. Um zu bestehen, muss der Halter mindestens 80 Prozent der Punktzahl erreichen. Die theoretische Sachkundeprüfung in Niedersachsen sieht einen Test mit 35 Fragen vor. Die Themenbereiche umfassen Erziehung, Ausbildung, Angst und Aggression, Haltung, Pflege, Gesundheit, Zucht, Fortpflanzung, Rasse, Kommunikation sowie einschlägiges Recht.

Und was muss der Hunde-Halter praktisch können?

„Er muss seinen Hund so unter Kontrolle haben, dass man ihn in der Öffentlichkeit auch ohne Leine laufen lassen kann“, sagt Katja Krauß, Hundetrainerin und anerkannte Sachverständige in Berlin. Bei der Prüfung gehe es um die Alltagstauglichkeit des Hundes. Zahlreiche Situationen werden durchgespielt.