Günstige Witterung: Mehr Feldhasen erwartet

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Einzeln im Gras liegend, warten die Junghasen auf ihre Mutter. Kurz kommt sie vorbei, säugt die Jungen, dann verschwindet sie wieder. Für die kleinen Feldhasen können nicht nur Füchse, Hauskatzen und Wildschweine gefährlich werden.

Denn: Ganz wichtig ist das Wetter, anders als bei den Kaninchen gibt es keinen schützenden Bau. Ist es nass und kalt, so sterben viele Junghasen an Krankheiten oder sie erfrieren, vor allem im Frühjahr. Doch im vergangenen Jahr hat der trockene und warme Frühling den Feldhasen gut getan, wie die Hasen-Zählung der Jäger zeigt.

„Durchschnittlich zwölf Feldhasen pro Quadratkilometer gab es im Frühjahr 2018 auf Feldern und Wiesen in Deutschland, einen mehr als im Jahr zuvor“, sagte DJV-Sprecher Torsten Reinwald. Damit sei der Bestand bundesweit seit rund zehn Jahren stabil, wenn auch auf niedrigem Niveau. „Je nach Region schwanken die Hasenzahlen stark“, berichtete Reinwald.

Die meisten Tiere lebten im Nordwestdeutschen Tiefland, dort wurden 16 Hasen pro Quad-ratkilometer gezählt. Im Südwestdeutschen Mittelgebirge waren es 14, im Alpenvorland zwölf und im Westdeutschen Mittelgebirge elf. Nur sieben Hasen wurden dagegen pro Quadratkilometer offener Landschaft im Ostdeutschen Mittelgebirge erfasst, im Nordostdeutschen Tiefland sogar nur fünf.

Kurz nach Ostern gibt es eine ausgesprochen gute Nachricht von den Langohren. „Im Vergleich zum Frühjahr haben die Jäger im Herbst 18 Prozent mehr Feldhasen gezählt“, sagte Reinwald. „Das ist die höchste Nettozuwachsrate seit 2007.“ Besonders hoch war der Zuwachs demnach im Nordwestdeutschen Tiefland mit 25 Prozent, gefolgt vom Südwestdeutschen Mittelgebirge mit 21 Prozent. Nur im Ostdeutschen Mittelgebirge war der Wert mit minus drei Prozent negativ.

Die kommenden Wochen entscheiden, wie es mit dem Feldhasen weitergeht. „Nach dem zurückliegenden milden Winter stehen die Chancen gut, dass sich die Feldhasenbestände 2019 weiter erholen. Entscheidend ist ein trockenes Frühjahr“, betonte Reinwald. Jäger und Wissenschaftler haben bundesweit in rund 450 Referenzgebieten für das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) gezählt, Sachsen war allerdings nicht dabei.