Feuer-Inferno in Australien hat bereits mehr als eine Milliarde Tiere getötet

Die Buschbrände in Australien – eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes: Tag für Tag kämpfen Tausende Feuerwehrleute und Helfer gegen die Flammen an, mehr als eine Milliarde Tiere starben laut Experten bereits in dem Inferno. DeineTierwelt hat mit dem Artenschutzverein IFAW gesprochen – über die Situation, die Folgen und wie man helfen kann.

Bereits seit September des vergangenen Jahres wüten Buschbrände in Australien – und die Einsatzkräfte versuchen vergeblich, ihrer Herr zu werden. Sie bringen Menschen in Sicherheit, evakuieren ganze Dörfer, retten verletzte Wildtiere. Doch bei ihrer Arbeit stoßen sie immer wieder auf verbrannte Koalas, Kängurus und andere Tiere, die den Flammen nicht mehr entkommen konnten oder der extremen Hitze erlagen.

Tierwelt leidet massiv unter den Bränden

Eine Milliarde Tiere soll das Inferno bisher das Leben gekostet haben. Darunter befinden sich etliche Vögel, Säugetiere und Reptilien. Besonders schlimm: Das Feuer verwüstet riesige Flächen und zerstört damit den Lebensraum von Kängurus, Koalas und anderen heimischen Tierarten, deren Fortbestand durch die Feuer gefährdet sein könnte.

Vor wenigen Tagen stieg das Thermometer in Sydney auf fast 50 Grad an – ein Rekord. Und zwar einer, der verheerende Auswirkungen auf Flora und Fauna hat. Etliche Wasserstellen sind völlig ausgetrocknet, Tiere verdursten. Einsatzkräfte berichten immer wieder von Koalas, Kängurus und anderen Tieren, die von alleine auf die Helfer zukommen, um sich versorgen zu lassen.

Koalas verbrennen oder verdursten im Feuer

Ein besonders herzergreifendes Video wurde vor Kurzem von einem Radfahrer aufgenommen: Auf einer Tour klammerte sich plötzlich ein Koala an sein Fahrrad und bettelte förmlich nach der Trinkflasche des Australiers.

„Das ist völlig untypisch für Koalas“, erklärt Dörte von der Reith, Pressesprecherin des IFAW, in der aktuellen Folge vom DeineTierwelt-Podcast „Pet-Talks: Klartext“. Denn: Koalas trinken normalerweise nicht, sondern nehmen Wasser nur über Eukalyptusblätter auf.

Feuer zerstören Fläche von zehn Millionen Hektar

Aber davon gibt es immer weniger. Im Januar 2020, rund vier Monate nach dem Ausbruch der ersten Buschbrände, sind in Australien rund zehn Millionen Hektar Land komplett abgebrannt. Das entspricht der Größe von Süddeutschland.

Doch es gibt einen kleinen Lichtblick: Bear. Der Australian-Shepherd-Mischling ist seit einigen Wochen als Koala-Spürhund im Einsatz. „Anders, als normale Spürhunde, findet Bear die verletzten Koalas nicht über den Geruch ihres Kots, sondern über das Fell“, sagt Dörte von der Reith. Der IFAW hat den Hund, der einmalig ist, gemeinsam mit einer lokalen Universität ausgebildet.