Beton bringt den Kanal in Form

Vor wenigen Tagen kappten die Arbeiter die Betonstützen, auf denen das Nordbecken des Kleinen Kiel-Kanals ruhen wird. Foto kst

Die Arbeiten am Kleinen Kiel-Kanal kommen termingerecht voran

Kiel. So allmählich wird es wirklich vorstellbar, wie der Kleine Kiel-Kanal einmal aussehen wird. Das große Südbecken, dort, wo einmal der Berliner Platz war, ist schon fertig betoniert. Es ist gut zu erkennen, wo es sich die Innenstadtbesucher auf den späteren Holzplattformen auf den Inseln gemütlich machen können, während sie das für dieses Becken geplante Wasserspiel betrachten. Der flache Uferbereich wird die Möglichkeit bieten, sich an heißen Tagen die Füße zu kühlen. Dieselbe Firma, die mit Beton den Becken des Kleinen Kiel-Kanals seine Form gibt, macht auch die Betonarbeiten am benachbarten Primark-Neubau. Auch dort sieht es bisher so aus, als würde der irische Textildiscounter sein Kaufhaus wie geplant zum Herbst 2019 eröffnen.

Auch im länglichen Nordbecken des Kleinen Kiel-Kanals in der ehemaligen Holstenbrücke beginnen jetzt die Betonarbeiten. Dort hatten Fundamentreste des Ahlmann-Hauses eine Veränderung der Planung nötig gemacht, trotzdem ist Udo Weißel vom Kieler Tiefbauamt zuversichtlich: Wenn das Wetter mitspielt, sollte der Kleine Kiel-Kanal wie geplant noch dieses Jahr fertig werden. Gerade erst haben die Betonarbeiter die Betonstützen gekürzt, die dem viele Tonnen schweren Wasserbecken festen Halt geben werden. Nachdem der künftige Kanal zwischen den schon fertig gebohrten und gegossenen Stützen ausgegraben worden war, ragten sie noch Anfang Januar wie ein Skulpturenpark aus dem Boden. Um die weiteren Arbeiten zu erleichtern, ist der Boden der Baugrube mit einer Betonschicht ausgegossen worden. Auf dieser so genannten „Sauberkeitsschicht“ konnten sich jetzt die Männer des Betonunternehmens mit ihren Maschinen bewegen, um mit Presslufthämmern und starken Motorsägen die Betonstützen zu kappen und jeweils etwa einen halben Meter des Armierungsstahls aus deren Inneren freizulegen. Die freigelegten Drähte werden anschließend mit dem dichten Stahldraht-Geflecht verbunden, das Boden und Wände des Nordbeckens durchziehen und stabilisieren wird. Auf diese Weise bilden das Becken und die Fundament-Stützen später eine feste Einheit.

Durch die Fundamentreste vor dem Ahlmannhaus hindurch werden etwa 40 je zehn Zentimeter schlanke „Mikrostützen“ gebohrt. Auf diesen „Pfeilerchen“ entsteht eine Treppenanlage, auf der die Innenstadtbesucher am Wasser sitzen können. Das Nordbecken des Kanals wird an dieser Stelle nur rund fünf Meter statt sonst rund zehn Meter breit sein. Groß auffallen wird das nicht, wie Udo Weißel versichert: „Es wird so aussehen, als wäre die Aufenthaltsfläche über die Wasserfläche hinaus gebaut worden.“

Und auch am Ahlmann-Haus kommen die Arbeiten voran: Die Passage, die jetzt noch durch das Gebäude hindurch führt, soll verschlossen werden. Die Seite zum Kleinen Kiel-Kanal soll im Erdgeschoss geöffnet werden, um Aufenthaltsflächen unter den Arkaden direkt am Wasser zu schaffen. Noch ist in diesem Bereich der Mobilfunkanbieter Vodafone untergebracht. Vodafone wird auf die andere Gebäudeseite umziehen.