Aus Kiel in die ganze Welt

Seit 2001 hat die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften ihren Sitz in diesem Gebäude an der Kieler Förde. Foto: Frank Peter

Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften feiert 100. Geburtstag

Kiel. Sie ist die weltweit größte Informationsinfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften: Die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) in Kiel, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiert.

Die Wurzeln der heute weltweit vernetzten Bibliothek reichen bis 1914 zurück: Damals wurde das königliche Institut für Seeverkehr und Weltwirtschaft an der Christian-Albrechts-Universität gegründet. Deren Bibliothek umfasste 1918 bereits 28.000 Bände. 1919 wurde diese Bibliothek eine eigenständige Abteilung und zog in das noch heute bestehende Gebäude des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) am Düsternbrooker Weg in Kiel um – das war die Geburtsstunde der ZBW. Von Angfang an wuchs und vernetzte sich die ZBW international. 1938 stellte sie Literatur und weitere Daten bereit für kriegsvorbereitende und -unterstützende Gutachten und Berichte, die das IfW für das Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt erstellte. Von 1942 bis 1944 wurden die Bibliotheksbestände ausgelagert, größtenteils in den Ratzeburger Dom, wo sie verfügbar blieben. Ein kluger Schritt, denn das IfW wurde im Krieg schwer beschädigt. 1949 kehrten die ausgelagerten Bände darum zunächst in eine Kaserne in der Kieler Wik zurück. 1966 wurde die Bibliothek offiziell zur „Zentralbibliothek der Wirtschaftswissenschaften in der Bundesrepublik Deutschland“, 1971 zog sie in einen Anbau am IfW um. 2001 wurde an dieser Stelle der heutige Neubau eingeweiht. Seit 2007 ist die ZBW eine vom Institut für Weltwirtschaft unabhängige Stiftung des öffentlichen Rechts und trägt den Namenszusatz „Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft“

Heute beherbergt das Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) rund vier Millionen Medieneinheiten und ermöglicht den Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumenten. 2017 wurden rund sechs Millionen digitale Volltexte heruntergeladen. Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von frei übers Internet zugänglichen „Open-Access“-Dokumenten zur Verfügung. Mit Professuren in der Informatik und deren international besetzter Doktorandengruppe beschäftigt sich die ZBW transdisziplinär mit dem Thema Digitalisierung der Wissenschaft. 2014 wurde die ZBW zur „Bibliothek des Jahres“ gekürt.

Informationen, Fotos und Termine für aktuelle Jubiläumsveranstaltungen gibt es unter https://100jahre.zbw.eu