Wohnen am Ufer und in Holz

In Holzbauweise soll das neue Studentenhaus entstehen. Wann Baubeginn sein könnte, ist allerdings noch offen. Visualisierung: LH Architekten Landwehr, Henke + Partner

Kiel plant Wohn-Neubauten in der Hafenstraße und an der Schwentinemündung

KIEL. Das eine Projekt soll mehr Leben an die Schwentinemündung bringen, das andere soll Maßstäbe setzen, was klimaneutrale Bauweise und moderne Architektur angeht: Die Stadt Kiel hat zwei weitere spannende Wohnbauvorhaben in der Planung.

Projekt eins ist spannend, weil es auf einer Fläche entstehen soll, die schon seit langer Zeit ungenutzt ist: Auf dem Gelände der ehemaligen Holsatiamühle, die 1992 den Betrieb einstellte und 2008 abgerissen wurde – seitdem ist auf der Fläche praktisch nichts mehr passiert. Jetzt plant der Hamburger Bauprojekt-Entwickler „evoreal“ dort den Bau von einem sechs- und einem siebengeschossigen Wohnhaus direkt an der Wasserkante. Neben 124 Wohnungen mit 1,5 bis 4 Zimmern sind in der Planung auch Gewerbeflächen vorgesehen. Die Gebäude sollen durch helle Fassaden mit verglasten Loggien geprägt sein und über jeweils ein eigenständiges Untergeschoss verfügen, in dem ausreichend Parkplätze für die Bewohner zur Verfügung stehen. Rund 50 Millionen Euro soll das Ganze etwa kosten, 2023 soll Baubeginn sein, für 2025 ist die Fertigstellung vorgesehen.

Projekt zwei ist auf der anderen Seite der Kieler Förde geplant und trägt den Arbeitstitel „Woodstock“. Das steht für ein sechsgeschossiges Holzhaus in zentraler Innenstadtlage an der Ecke Hafenstraße/Fabrikstraße. Das Haus mit der Bezeichnung „Woodstock“ soll 75 Appartements für Studierende enthalten. Es soll eine Dachterrasse bekommen sowie Laubengänge, ein Café und Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss.

„‚Woodstock‘ ist ein sehr innovatives Beispiel für junges Wohnen in der Innenstadt und ein gelungener Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Stadträtin Doris Grondke. „Damit geben wir jungen Studierenden ein modernes und umweltfreundliches Zuhause auf Zeit und der Kieler Innenstadt ein architektonisch wertvolles neues Gesicht.“

Das Bestandsgebäude in unmittelbarer Nähe, früher Oberpostdirektion und heute Bürogebäude für mehrere Unternehmen, wird  in diesem Zusammenhang teilmodernisiert und brandschutztechnisch saniert. Dort sollen künftig Nutzungseinheiten für Büros zwischen 400 und 800 Quadratmeter entstehen.

Investor und Eigentümer ist die DWI Grundbesitz mbH in Hamburg. Die Architekten LH Architekten Landwehr, Henke + Partner aus Hamburg haben die Projekte geplant. Der entsprechende Bauantrag sei in Vorbereitung, so die Stadt.