Wer kocht, schießt nicht

Mal probieren? Unter der Regie von Christian Lugerth (li.) guckt Ivan Dentler tief in den Fertiggerichte-Topf. Foto: Jan Köster

Die Komödianten tischen Erfolgs-Satire auf

KIEL. Dr. Theodor Kögel (Ivan Dentler), begnadeter Hobbykoch, steckt in einer tiefen Lebenskrise. Kein Job, keine Frau – und nun hat ihn das Arbeitsamt auch noch zur Firma Schnell & Lecker geschickt, einem Hersteller von Fast Food und Fertigprodukten – ausgerechnet! Doch Kögel hat keine Wahl, er muss dorthin. Seine Aufgabe: Er soll einem „ausgewählten Testpublikum“ demonstrieren, wie mühsam und ungesund die herkömmliche Küche ist – und wie bequem, nahrhaft und zeitsparend das alles doch mit den Produkten von Schnell & Lecker zu machen sei. Mit dem Stück „Wer kocht, schießt nicht“ hat sich das Kieler Theater Die Komödianten einen echten Publikumsliebling ins Haus geholt. Autor ist der Journalist und Theatermacher Michael Herl, in dessen Frankfurter Theater das Stück auch nach inzwischen mehr als 650 Aufführungen immer noch dauerhaft im Programm verankert ist.

Die Komödianten haben das Stück für ihre Bühne ein bisschen angepasst und stärker auf den Schaupieler Ivan Dentler zugeschnitten, der unter der Regie von Christian Lugerth  den von tiefer Entehrung bedrohten Hobby-Gourmetkoch Kögel spielt. „Wer kocht, schießt nicht“ zieht über alles her, was mit Fast-Food, Geschmacksverstärkern, Conveniencefood, Tütensuppen und schnell, schnell zu tun hat. Ein Muss für Gourmets und für Gourmands, für Hobby- und Profiköche, für, Metzger und Vegetarier. Dr. Kögels Fazit: Wo kommen wir her, wo gehen wir hin – und welcher Wein passt am besten dazu? Dr. Kögel verschweigt auch nicht, wie sorgsam zubereitetes Essen seiner Meinung nach sein sollte. und angeblich gibt es eine Studie, nach der Kulturen, bei denen das gemeinsame Kochen und Essen hohes Ansehen hat, weniger Kriege führen, als Kulturen, in denen Nahrungsaufnahme eher eine zeitraubende Notwendigkeit ist – kurz zusammengefasst: Wer kocht, schießt nicht.

Das Stück ist am Sonnabend und Sonntag, 25. und 26. Dezember, sowie am Donnerstag, 30. Dezember, jeweils ab 20 Uhr im Theater Die Komödianten, Wilhelminenstraße 43, in Kiel zu erleben. Am Silvester-Freitag, 31. Dezember, läuft es um 18 Uhr und um 21 Uhr. Im Januar wird das Stück noch immer am Freitag und Sonnabend, jeweils ab 20 Uhr zu erleben sein.Für die Silvestervorstellungen kosten die Karten 35 Euro, ansonsten 25 Euro, ermäßigt 20 Euro, Schüler und Studierende 12 Euro. Die Tickets gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen sowie bei den Komödianten selbst unter www.die-komoedianten.de oder Tel. 0431/553401. kst