Wann hat mein Blut geholfen?

Das Team vom Start-up Tricode hat die Blutspende revolutioniert: Jonas Reinhardt (vorne links) und Nikita Segal, dahinter Kathrin Boersch und Benno Lauther. Foto: Tricode

Kiel. Blutspenden sind wichtig, und doch ist die Spenderzahl rückläufig. Die Statusplus Blutspende-App vom UKSH soll das nun ändern. Mit der App hat jeder Spender Einsicht in seine Blutwerte und wird über die Verwendung seiner Spende benachrichtigt. Entwickelt wurde die App vom Kieler Start-up Tricode.

Wer zur Blutspende geht, tut nicht nur anderen etwas Gutes, sondern auch sich selbst. Denn bei jeder Spende wird das Blut auf Krankheiten untersucht und mehrere Laborwerte ermittelt. Mit der Statusplus Blutspende-App können Spender jetzt Einsicht in ihre Blutwerte bekommen und nachverfolgen, wann ihre Spende benutzt wurde.

Ein Anreiz, der auch jüngere Menschen zur Blutspende bringen soll. „Mit der App soll die emotionale Bindung der Menschen zur Blutspende verstärkt werden“, so Prof. Dr. med. Siegfried Görg, Direktor vom Institut für Transfusionsmedizin. Zusammen mit Prof. Dr. Andre Franke vom Institut für Klinische Molekularbiologe (IKMB) wurde die Idee zur Blutspende-App entwickelt. Gemeinsam mit Studenten von der Fachhochschule Kiel erstellten sie auf dem Healthcare Hackathon 2018 einen ersten Prototypen. Der Weg bis zur fertigen App dauerte insgesamt zwei Jahre. „Vor allem die Anforderungen an den Datenschutz haben wir sehr ernst genommen“, so Jonas Reinhardt, der Wirtschaftsinformatik studiert und die App mitentwickelt hat. Zu seinen Teamkollegen gehören die Medical-Interface-Designerin Kathrin Boersch, Wirtschaftsinformatik-Student Nikita Segal und Informatik-Ingenieur Benno Lauther. Zusammen haben sie Anfang des Jahres die Firma Tricode aus dem Projekt heraus gegründet.

Nach dem Download der kostenfreien App im App- oder Playstore müssen Blutspender zuerst ihr Einverständnis zur Datenfreigabe direkt im Blutspendezentrum geben. Daraufhin erhalten sie einen Zugang zu ihren Daten. Doch Patienten ungefiltert mit ihren Labordaten zu konfrontieren, könnte zu Verunsicherung führen. Daher wird in der App nur eine Auswahl an Werten wie Blutgruppe, Hämoglobin, Leukozyten- oder Thrombozytenzahl angezeigt. Dazu gibt es Informationen, welche Funktion die jeweiligen Zellarten im Körper haben. Bei auffälligen Daten kontaktiert das UKSH die Spender persönlich, wie bisher auch. Ein weiterer großer Mehrwert der App ist die Nachverfolgung der eigenen Spende. „Einige Zeit nachdem die Spende verwendet wurde, sei es in der Notaufnahme, Forschung oder zu Analysezwecken, wird der Spender benachrichtigt“, so Benno Lauther, der sich unter anderem um die Datenverarbeitung kümmerte. Momentan hat die App nur Zugriff auf die Datenbank des UKSH, doch auch andere Blutspendedienste könnten in die App integriert werden. Gespräche mit Instituten und Blutspendediensten aus ganz Deutschland laufen bereits. saa

Weitere Informationen gibt es unter www.blutspende.sh