Vernetzt quer durch die Stadt

Die Organisatoren Christian (v.li.) und Jihae An sowie Charlotte Häfele, alle vom Netzwerk für revolutionäre Ungeduld, freuen sich, Kiel mit Kunst und Leben zu füllen. Foto: Christina Kröger

Kiel. Kunst füllt derzeit die Kieler Innenstadt und wird dies auch bis in den Oktober hinein noch tun – in zwei Ausstellungen und an mehreren ungewöhnlichen Orten. „Zwei Ausstellungen so schnell hintereinander zu machen, war eigentlich nicht der Plan“, erzählt Christian An vom Netzwerk für revolutionäre Ungeduld, „aber Corona kam uns dazwischen.“ Und so sind die fünf Ausstellungen der Aktion „Maßnahme“ nun statt im Mai noch bis zum 13. September zu sehen, und die dritte Ausgabe des Futur-3-Festivals startet am 25. September.

Dabei füllen beide Projekte unter anderem Leerstände in der Kieler Innenstadt wie in der Holstenstraße 49. „Da müssen wir auch Kiel-Marketing erwähnen, die mit dem Leerstand-Management einen tollen Job machen“, so Christian An. „Mit den Ausstellungen denken wir gleichzeitig über die Stadtentwicklung nach“, ergänzt Organisatorin Jihae An, „in Kiel fehlt derzeit nämlich ein bisschen was, damit junge Leute in die Stadt kommen und auch bleiben.“ Junge Leute, vor allem junge Künstler, sind ohnehin so etwas wie der Mittelpunkt von Futur 3. Zwar gibt es beispielsweise „Rose für direkte Demokratie“ von Joseph Beuys oder „Sleeping Girl“ von Alexej Meschtschanow im Leerstand in der Holstenstraße zu sehen, aber eben auch Werke von jungen Studenten der Muthesius Kunsthochschule. „Die Absolventen und Studenten der Muthesius vernetzen sich hier selbst, gemeinsam mit Studenten und Alumni der Fachhochschule und der CAU“, erklärt Jihae An, „und beleben so gleichzeitig die Kieler Innenstadt und die Kunstwelt.“

Während „Maßnahme“ neben der Holstenstraße auch noch im Schwedendamm 9, in der Alten Mu und im Bunker am Ende der Schleusenstraße zu sehen sein wird, dient das Projekt mit den rund 20 Künstlern als Vorgeschmack auf die 45 Künstler und Gruppen aus Kiel und Europa, die sich dann ab dem 25. September in sogenannten „Offspaces“, also Räumen, die eigentlich keine Galerien oder Museen sind, und als Kunst im öffentlichen Raum präsentieren. Dazu wird es Programmpunkte wie Lesungen, Performances, Theater, Musik, Live-Radio sowie Vorträge und offene Diskussionsformate geben. Verschiedene Führungen durch die Ausstellung – oder sogar eine Fahrt mit dem Floß vom Hörn-Campus bis zum Landtag – runden die Programmpunkte ab. Der Hauptveranstaltungsort ist dabei das Floß am Hörn-Campus, auf dem das Festival am 25. September ab 18 Uhr eröffnet wird – natürlich mit Abstand und passend zum Motto „Turn of the Tide“ in diesem Jahr.

Weitere Ausstellungsorte neben dem Floß und dem Leerstand in der Holstenstraße werden der Schwedendamm 9, die Galerie Club 68, die Flämische Straße 6-10, die K-34-Galerie, die Gallery Cubeplus, das Atelier Umraum, der Prima-Kunst-Container an der Stadtgalerie, die Ateliergemeinschaft 90 Grad sowie die Kiellinie vor dem Landtag sein. Dort sind die einzelnen Werke dann bis zum 3. Oktober zu sehen – aufgrund der derzeitigen Corona-Maßnahmen teilweise mit Anmeldung, aber immer kostenlos. chk

Informationen zu den Ausstellungen und den Programmpunkten wird es bald im Internet unter www.futur3-festival.net geben.