UKSH-Projekt: Die Überlebens-Akademie

Notfall im Büro: Nach einem Herz-Kreislaufstillstand und anschließender telefonisch angeleiteter Laienreanimation übernehmen die Profis des Rettungsdienstes. Foto: UKSH

Bessere Erstversorgung und bessere Abläufe sollen künftig mehr Leben retten

Kiel. Wer außerhalb einer Klinik einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet, hat aktuell in Deutschland eine Überlebenschance von knapp zwölf Prozent. Mit einer besseren Ersthilfe und Verbesserungen im anschließenden Rettungsweg bis der Patient in der Klinik versorgt werden kann, könnte die Chance weit größer sein. Solche Verbesserungen im Rettungsweg will die erste „Resuscitation Academy Deutschland“ (RAD) erreichen, die gerade in Kiel ins Leben gerufen wurde. „Resuscitation“ ist das englische Wort für „Wiederbelebung“. Federführend ist das Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des UKSH in Kiel.

Vorbild ist die weltweit erste Resuscitation Academy, die 2008 in Seattle in den USA gegründet wurde. Im dortigen Distrikt King County ist seitdem die Überlebensrate nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb der Klinik auf 56 Prozent gestiegen. Dazu beigetragen haben unter anderem die Einführung einer telefonischen Anleitung der Ersthelfer bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung und erweiterte Reanimationsprogramme für das Rettungsdienstfachpersonal. Insgesamt umfasst das in den USA entwickelte Programm zehn Punkte, die im möglichst guten Zusammenspiel die Überlebensrate erhöhen sollen.

In Schleswig-Holstein soll sich die Arbeit der ersten Deutschen RAD zunächst auf die Rettungsdienstbereiche Kiel und Plön auswirken. Finanziell ermöglicht wird das Projekt durch den Versorgungssicherungsfonds des Landes-Gesundheitsministeriums und die Damp-Stiftung. Im Laufe der kommenden zwei Jahre sollen die aktuellen Rettungsschritte analysiert werden, um dann Verbesserungsmöglichkeiten zu finden und diese schließlich umzusetzen. Dafür wird die Resuscitation Academie mit internationalen Partnern, unter anderem aus Dänemark, den USA und Singapur zusammenarbeiten. Dänemark ist in Europa Vorreiter für solche Optimierungen der Rettungswege, entsprechende Programme gibt es dort schon seit 2017.

Weitere Informationen unter www.uksh.de/notfallmedizin