Theodor-Heuss-Ring ist ein Nadelöhr

Seit dieser Woche läuft der Verkehr zwischen Barkauer Kreuz und Waldwiesenkreisel auf dem Theodor-Heuss-Ring in Richtung Norden nur noch einspurig. Foto: Jan Köster

Kiel. Jetzt wird es eng auf dem Theodor-Heuss-Ring im Verlauf der B76 in Kiel: Sechs Monate lang wird in dem Abschnitt vom Barkauer Kreuz bis zum Waldwiesenkreisel in Richtung Eckernförde nur eine Fahrspur zur Verfügung stehen. Die Hochstraße von der B404 auf die B76, der so genannte „Überflieger“ wird in dieser Zeit voll gesperrt sein. Um ein Verkehrschaos zu vermeiden, bittet die Stadt Kiel, den Bereich möglichst komplett zu meiden, Pendler sollten auf Bahn und Busse umsteigen. Der ÖPNV zwischen Kiel und dem Umland wird dafür in Teilen verstärkt und optimiert.

Fast 100.000 Autos haben den betroffenen Bereich nach Angaben der Stadt Kiel bisher täglich passiert. Die jetzt für zunächst bis etwa Oktober geltenden Einschränkungen dienen einerseits der Betonsanierung und Reparaturen an der Unterseite der Hochstraße und an den stählernen Stützwänden im Waldwiesenkreisel, andererseits sind die Auswirkungen der Verkehrseinschränkungen als Maßnahme zur Luftverbesserung im „Luftreinhalteplan“ der Stadt Kiel vorgesehen. Denn weniger Autos bedeuten auch weniger Dieselabgase und damit weniger Stickoxide. An der Messstation am Theodor-Heuss-Ring war der zulässige Grenzwert für die Stickoxid-Konzentration in der Luft lange Zeit regelmäßig überschritten worden. Seitdem nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe ein vollständiges Diesel-Fahrverbot für diesen Straßenabschnitt droht, versucht die Stadt Kiel vor allem durch eine Reduzierung der Fahzzeugzahlen in diesem Bereich den Grenzwert einzuhalten. Wenn die jetzigen Bauarbeiten und Sperrungen abgeschlossen sind, will die Stadt Kiel Luftfiltersysteme am Theodor-Heuss-Ring aufstellen, die Schadstoffe aus der Luft entfernen sollen. 

Schilder an den großen Kieler Straßen weisen frühzeitig auf mögliche Staus in diesem Bereich hin, außerdem sind weiträumige Umleitungsempfehlungen ausgeschildert.

Zur Verbesserung der Pendler-Verbindungen setzt Nah.SH zu den Hauptverkehrszeiten zwischen den Bahnhöfen Preetz und Kiel je Stunde ein zusätzliches Zugpaar ein. Zur Vermeidung von Wartezeiten werden die Busverkehre aus Lütjenburg und Selent mit den Zügen am Bahnhof Raisdorf vertaktet. Darüber hinaus wird die Verbindung mit den weiterführenden Zügen Richtung Bahnhof Suchsdorf und Gettorf verbessert werden. Pendler aus dem Amt Schrevenborn und der Probstei können vom Bahnhof in Kiel-Oppendorf mit der Regionalbahn bis Kiel-Hauptbahnhof fahren. Die neue Mobilitätsstation am Bahnhof Oppendorf erleichtert den Umstieg.

Einen „Corona-Effekt“ auf die Luftqualität am Theodor-Heuss-Ring in Kiel gibt es offenbar nicht. Das geht aus einer Mitteilung der Stadt zur aktuellen Entwicklung der Stickoxidbelastung am Theodor-Heuss-Ring hervor. Nach den Zählungen der Stadt hat das Verkehrsaufkommen in Kiel als Folge der verhängten Einschränkungen um 17 Prozent abgenommen. Zur gemessenen Stickoxid-Konzentration tragen jedoch vor allem Dieselfahrzeuge bei. Deren Anteil am Gesamt-Verkehrsaufkommen ist aber so gering, dass auch die durch die Corona-Pandemie bedingte Abnahme der Stickoxid-Konzentration nur minimal ist. kst

Infos zur Baustelle unter www.kiel.de/thr