Theater im Werftpark lässt mitspielen

Per Smartphone lotsen die Zuschauer Athanasius Pernath (Sebastian Kreuzer) von zu Hause aus durch die Spielhandlung. Foto: Werftparkkollektiv

Kiel. Während allerorts Premieren abgesagt und die Theater geschlossen werden müssen, gibt es in Kiel dennoch eine Theaterpremiere zu feiern. Und zwar eine ganz außergewöhnliche: Mit „Golem 24143“ wird am heutigen Sonnabend, 14. November, zum ersten Mal im Theater im Werftpark ein interaktives Theaterstück als Online-Projekt zu sehen sein. Das Besondere daran: Die Zuschauer können wie bei einem Computerspiel das Spiel der Schauspieler lenken und beeinflussen.

Entwickelt hat dieses Projekt das Ensemble des Jungen Theaters im Werftpark selbst, als Grundlage dient der Roman „Golem“ von Gustav Meyrink, dessen Titel für die Kieler Version um die Gaardener Postleitzahl erweitert wurde. Das Ensemble spielt in der Volière des Werftparktheaters ohne Zuschauer. Diese sitzen zu Hause vor ihren Computern oder Tablets und können nicht nur die Handlung im Online-Stream verfolgen, sondern werden gleichzeitig mit ihren Smartphones zu Mitspielenden, die den Protagonisten Athanasius Pernath (Sebastian Kreuzer), der sich an nichts mehr erinnern kann, durch das Spiel führen. Durch ihre Anrufe oder Chats sollen sie gemeinsam mit dem Schauspieler, ähnlich wie in einem Escape-Room, zu einem Ziel gelangen. In dem gruselig, schaurigen Theatererlebnis begeben sich die Teilnehmer auf die Suche nach dem Lehmdiener Golem, einem eben aus Lehm gebildeten, stummen, menschenähnlichen Wesen, das gewaltige Größe und Kraft besitzt und Aufträge ausführen kann, und tauchen in Gustav Meyrinks Fantasiewelt ein. Nur gemeinsam ist es möglich, die Geschichte voranzutreiben.

Ein spannendes Theatererlebnis für Kinder und Jugendliche, aber auch für alle, die jetzt im kulturfreien November gern ein wenig Theaterluft schnuppern möchten – und das unter Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln. „Nach dem Kauf der Karte bekommen die Zuschauer per E-Mail das Playkit als PDF-Datei zugeschickt, die den entsprechenden Link zur Installation des Big-Blue-Button Open-Source-Webkonferenzsystems und alle Anleitungen zum Spielverlauf enthält. Am besten spielt man auf dem Computer oder einem Tablet“, empfiehlt Ulrike Eberle, Leiterin Marketing und Öffentlichkeitsarbeit beim Theater Kiel. Außerdem sollten die Zuschauer gern eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn online gehen.

Premiere am 14. November um 18 Uhr, weitere Termine im November und Dezember sind im Internet unter www.theater-kiel.de zu finden. Karten gibt es an den Theaterkassen sowie unter Tel. 0431/9011200 oder online auf www.theater-kiel.de. Nach dem Kartenkauf wird den Zuschauern dann das Playkit mit Instruktionen zur Vorstellung per E-Mail zugeschickt.