Spannender Alltagskram

Mit Geschichten aufgeladene Alltagsgegenstände bieten in der Ausstellung persönliche Anknüpfungspunkte für die Besucher. Foto Jan Köster

Im Freilichtmuseum Molfsee ist das neue Eingangsgebäude offiziell eröffnet

Molfsee. Die letzten Bäume auf dem neuen Parkplatz sind gepflanzt, das frisch gedruckte Molfsee-Magazin liegt ebenso wie das eigens für dieses Gebäude gebraute Bier im Shop zum Kauf bereit – seit wenigen Tagen ist das neue markant edelrostrote Eingangsgebäude des Freilichtmuseums Molfsee für die Besucher geöffnet. „Jahr100Haus“ ist der offizielle Name des Hauses, das oberirdisch wie zwei Häuser aussieht. Zwischen den beiden mit Cortenstahl verkleideten Gebäudeteilen hindurch fällt der Blick in die Vergangenheit, auf das Freigelände des Volkskundemuseums. Und auch die neue Dauerausstellung schlägt eine zeitliche Brücke zwischen den alten Gebäuden im Freigelände und der Jetzt-Zeit. Rund 350 Exponate aus gut 100 Jahren kitzeln an vielen Stellen das Erinnerungsvermögen der Besucher oder regen dazu an, das eigene Leben mit dem Leben zu vergleichen, das durch die Ausstellungsstücke jeweils repräsentiert wird. Die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Babette Tewes, hat großen Wert darauf gelegt, die Ausstellung durchaus auch mal mit dem einen oder anderen Augenzwinkern zu präsentieren.

Der Rundgang durch die knapp 1000 Quadratmeter große Ausstellung, die unterirdisch die beiden rostroten Gebäudeteile verbindet, beginnt mit einem Film auf neun Monitoren an drei Wänden. Über Schleswig-Holstein. Mit vielen kleinen Überraschungen. Der Film dient zur Einstimmung auf die eigentliche Ausstellung, die in sechs Themenbereichen Alltagsgeschichte erzählt, bei der jeder miterzählen kann. Im Bereich „Rhythmus“ berichtet der Melkschemel vom Tagesablauf mit Milchvieh, die Olympiafackel von einem ganz anderen Rhythmus, im Ausstellungsteil „Mobilität“ decken Alltagsgegenstände ganz nebenbei die Zeit vom Ochsenweg bis zur A7 ab, die Exponate im Bereich „Beschäftigung“ regen zum Nachdenken darüber an, womit Menschen heute und früher ihre Arbeits- und Freizeit verbracht haben. Wo es um Beziehungen geht, knutschen Pärchen allen Alters auf einem Monitor, und im Bereich „Sicherheit“ hängt die Pistole, mit der Marianne Bachmeier den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter im Gerichtssaal in Lübeck erschoss. kst

Informationen zu den aktuell coronabedingten Öffnungsmodalitäten gibt es auf www.freilichtmuseum-sh.de, telefonisch ist das Museum in der Hamburger Landstraße 97 in Molfsee unter der Nummer 0431/6596622 zu erreichen.