Solidarität mit Abstand

Bis auf Weiteres geschlossen hat auch die schleswig-holsteinische Landesbibliothek in Kiel. Foto: kst

Kiel. Von Tag zu Tag überschlagen sich die Ereignisse in Sachen Coronavirus – nicht nur in der Landeshauptstadt Kiel, sondern im ganzen Land. Um die Verbreitung des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 zu verlangsamen und so eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden, ist es nötig, persönliche Kontakte in der nächsten Zeit so weit wie möglich zu reduzieren, darin sind sich alle Experten einig.

Deshalb ist das öffentliche Leben bereits stark eingeschränkt. Schulen, Kitas, öffentliche Einrichtungen aller Art sind geschlossen, viele Beratungs- und Serviceangebote gibt es nur noch per Telefon, E-Mail oder online. Für Rückkehrer aus Risikogebieten gelten Betretungsverbote für Betreuungseinrichtungen. 

Praktisch alle Veranstaltungen, bei denen eine etwas größere Gruppe von Menschen zusammenkommen könnten, sind inzwischen untersagt. Das gilt auch für kirchliche Veranstaltungen wie Gottesdienste und betrifft auch Konfirmationen und Trauerfeiern – Erd- und Urnenbestattungen sind nur noch im engsten Familienkreis am Grab möglich. 

Der für den 27. März vorgesehene Start der Kreuzfahrersaison in Kiel ist ebenfalls verschoben. Überhaupt fällt Tourismus im Moment praktisch ganz aus: Hotels sind geschlossen, Urlaubsreisen und sogar der Tagestourismus sollen auch innerhalb Schleswig-Holsteins so weit wie möglich eingeschränkt werden.

Alles, was Menschen zusammenbringt, aber zumindest zeitweise nicht unbedingt nötig ist, ist geschlossen oder untersagt. Betroffen sind Clubs, Bars und Bordelle ebenso wie Museen, Bibliotheken, Vhs-Kurse, Sportvereine und vieles mehr.

Restaurants dürfen unter Auflagen noch tagsüber zwischen 6 und 18 Uhr öffnen. Ministerpräsident Daniel Günther betonte, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Gebrauchs gesichert ist. Dazu werden die Sonntagsverkaufsverbote für Einzelhandel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste sowie Apotheken, Sanitätsläden, Drogerien und Tankstellen aufgehoben. Unter diese Regelung fallen zudem Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Waschsalons, Reinigungen, der Zeitungsverkauf, Bau- und Gartenbaubetriebe sowie Tierbedarfsmärkte und Großmärkte. Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen.

Zwei Meter Sicherheitsabstand halten!

Die Straßen sind spürbar leerer geworden. Wer jetzt noch unterwegs ist, zum Beispiel um einzukaufen, sollte auf der Straße und zum Beispiel auch beim Schlangestehen im Supermarkt unbedingt auf die Hygieneregeln achten: In die Armbeuge niesen, häufig und gründlich die Hände waschen und einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern zu anderen Personen einhalten! Jede und jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass es möglich ist, das Virus zu übertragen, obwohl man selbst bei sich möglicherweise kaum Symptome erkannt hat. „Diese unerkannten Fälle sind unser großes Problem“ hatte Dr. Sebastian Ullrich, ärztlicher Direktor des Städtischen Krankenhauses Kiel, bei einer Pressekonferenz der Stadt vor wenigen Tagen gesagt. Wer darauf achtet, andere auch nicht unwissentlich anzustecken, schützt Personen mit einem geschwächten Immunsystem, für die es lebensgefährlich werden kann, wenn sie am Coronavirus SARS-CoV-2 erkranken.

Stets aktualisierte Informationen zur aktuellen Corona-Lage gibt es im Internet auf www.schleswig-holstein.de/coronavirus sowie auf den Webseiten der Kreise und kreisfreien Städte, zum Beispiel www.kiel.de

Informationen zu Besuchsregelungen in Betreuungseinrichtungen und zu den aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens geben auch die Kreise und kreisfreien Städte auf ihren jeweiligen Homepages.

Für dringende Fragen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen hat die Stadt Kiel die E-Mail-Adresse amt24@kiel.de eingerichtet. Darunter werden Anfragen zu der erlassenen Allgemeinverfügung (zum Beispiel Schließung/Notbetrieb von Kitas und Schulen, Verbot von Veranstaltungen, Auflagen für/Schließung von Betrieben) und zum eingeschränkten Dienstleistungs- und Serviceangebot der Landeshauptstadt Kiel schnellstmöglich beantwortet. kst

Wer den Verdacht hat, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, soll unbedingt zu Hause bleiben und sich unter einer der folgenden Telefonnummern zu weiteren Schritten beraten lassen: Tel. 116117 (Ärztlicher Bereitschaftsdienst, rund um die Uhr), Tel. 030/346465199 (allgemeines Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums), Tel. 0431/79700001 (Bürgertelefon zum Coronavirus des Landes Schleswig-Holstein). Das Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster bietet unter www.friedrich-ebert-krankenhaus.de/online-docs/ eine Online-Sprechstunde an.