So klein und doch ein Kraftfahrzeug

„Das darf nicht einmal der Weihnachtsmann“ heißt es zu diesem Plakatmotiv, mit dem die Polizei aktuell für die E-Scooter-Nutzung nur mit klarem Kopf wirbt. Foto: Polizeidirektion Kiel

Tipps und Hinweise von der Polizeidirektion Kiel

KIEL. Dass die Polizei schon bei einer kurzen Kontrolle unter E-Scooter-Fahrenden Ende Oktober in Kiel gleich 14 Führerscheine einkassieren musste, war selbst für die erfahrenen Beamten vom Sachgebiet Prävention der Polizeidirektion Kiel bemerkenswert. Offensichtlich, so die Einschätzung der Beamten, ist vielen Menschen gar nicht klar, dasss E-Scooter, weil sie einen Motor haben, als Kraftfahrzeuge gelten und damit ihre Benutzung den gleichen Promille-Regeln unterliegt wie das Autofahren. Das bedeutet: Wer mit mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die in der Regel 500 Euro Geldbuße, einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg nach sich zieht. Ab 1,1 Promille liegt sogar eine Straftat vor. Wenn die fahrende Person Ausfallserscheinungen zeigt oder einen Unfall verursacht, liegt schon ab 0,3 Promille eine Straftat vor. Wer unter 21 Jahre alt ist oder noch in der Führerschein-Probezeit, darf gar keinen Alkohol im Blut haben, und für alle E-Scooter-Fahrenden gilt: Alle anderen Drogen sind auf dem E-Scooter komplett tabu.

Damit ist auch klar: Wer mit Freunden den Weihnachtsmarkt beim Punsch genießt, geht hinterher zu Fuß nach Hause oder lässt sich fahren – schnell für den Weg nach Hause auf einen der E-Roller zu springen, die überall dazu verlocken, ist eine ganz schlechte Idee.

Überhaupt sind die E-Scooter offenbar so schnell so zahlreich geworden, dass viele Benutzende die Regeln für deren Benutzung noch nicht so genau verinnerlichen konnten. Benutzen darf man die Roller, die bis zu 20 km/h schnell sein dürfen, ohne Führerschein und ab 14 Jahre. Es darf immer nur eine Person auf einem Roller fahren. E-Scooter müssen wie Fahrräder auf Radwegen fahren oder, wenn es keinen gibt, auf der Fahrbahn. Fußgängerzonen und Gehwege dürfen nicht befahren werden. Und immer dran denken: Auch ein kleiner Roller kann ziemlich im Weg sein. Beim Parken muss der Roller immer so stehen, dass auch zum Beispiel ein Kinderwagen, ein Rollator oder ein Rollstuhl daran vorbeikommen, ohne irgendwie ausweichen zu müssen.

Und selbstverständlich gehören zum E-Scooter auch Licht, Reflektoren, eine Klingel, zwei Bremsen und das Versicherungskennzeichen – wer ohne Versicherung fährt, begeht sogar eine Straftat! Klar ist auch: Bis zu 20 km/h sind bei Weitem schnell genug, um sich bei einem Unfall schwer zu verletzen. Die Polizeidirektion Kiel empfiehlt darum dringend, beim E-Scooter-Fahren einen Helm zu tragen. kst