Selbst erschaffen tut gut

Werkeln mit Holz ist ihre Leidenschaft: Peter Martels (v.li.), André Block und Emilie Schmidt vom WSK-Team. Foto: Sabrina Böhm

„Werk statt Konsum“ ist eine Holzwerkstatt für alle

KIEL. Ein robustes Schneidebrett, ein stabiler Fahrradkorb oder ein kunstvolles Windspiel – aus Holz lassen sich viele unterschiedliche Sachen herstellen. Wem das handwerkliche Geschick oder die passenden Werkzeuge fehlen, der ist in der „Werk statt Konsum“ (WSK) in der Alten Mu an der richtigen Adresse. Zweimal pro Woche wird hier gesägt, gehobelt oder auch gefräst. „Wir werkeln lieber als zu konsumieren“, sagt André Block, der als gelernter Biologe und Tischler das 30-köpfige Team der WSK unterstützt. In der offenen Holzwerkstatt geht es darum, Ressourcen gemeinsam zu nutzen – auf Material- und Knowhow-Ebene. Denn wer hierherkommt, findet nicht nur eine große Auswahl an Werkzeugen und ein gut gefülltes Holzlager, es geht hier auch ums Anleiten zum Selbermachen. „Manchmal wissen Leute nicht, wie es geht. Hier können sie es lernen“, so Emilie Schmidt. Dabei gehe es auch immer darum, eine möglichst ökologische Variante der Holzverarbeitung zu finden. Statt zu lackieren, werde hier geölt oder abgeflammt, um Holzmöbel für draußen schimmelfest zu machen, so die Klang-Künstlerin, die in der Alten Mu ihr Atelier hat.

Um die WSK zu nutzen, ist keine Mitgliedschaft nötig. Pro Tag wird eine Spende von 6 Euro erwartet. Je nach Nutzung des Materials oder auch der Betreuung durch das ehrenamtliche Team darf gern mehr gespendet werden. Das gemeinnützige Projekt hat seine gesamte Ausstattung durch Spenden erhalten. „Werkzeuge und Maschinen haben wir im Moment genug“, so André Block. Aber unlackiertes Vollholz oder Hartholz ab einer Länge von 50 Zentimetern werde immer gebraucht.

Schon vieles wurde hier gebaut. Die Bandbreite reicht vom Frühstücksbrett bis hin zum Van-Ausbau oder Tiny House. Aber auch das Reparieren eines wackligen Stuhls oder das Fräsen eines Adventskranzes ist hier möglich. „Das Schöne ist immer das Leuchten in den Augen der Menschen, die am Ende ihres Besuchs sagen: Das habe ich gemacht“, so Peter Martel, Tischlermeister im Ruhestand. Er genießt es hier zu erleben, wie Holzprojekte ganz ohne Zeitdruck und ohne übertriebenen Perfektionismus fertiggestellt werden.

Das WSK-Team bietet von Zeit zu Zeit Workshops an. Am 11. Dezember gibt es die Chance, von 15 bis 19 Uhr unter Anleitung ein Wikinger-Schach (Kubb) zu bauen. Die Teilnahme kostet 18 Euro. Eine Anmeldung ist per E-Mail an info@werkstattkonsum.de möglich. Es ist aber auch möglich, Werkstatt-Zeit mit einem hölzernen Gutschein zu verschenken. Dieser kann dann zu den Öffnungszeiten donnerstags von 16 bis 20 Uhr und sonntags von 12 bis 16 Uhr in WSK am Lorentzendamm 6-8 eingelöst werden. saa