Rückblick in Dankbarkeit

Nach 20 Jahren in Gettorf geht Pastorin Christa Loose-Stolten nun in den Ruhestand. Foto: Helge Buttkereit

Gettorf. Schaut sie auf ihre Zeit in Gettorf zurück, dann fällt bei Pastorin Christa Loose-Stolten immer wieder ein Wort: Dankbarkeit. Sie ist dankbar für die Jahre in der Gemeinde und die Unterstützung, die sie von vielen Seiten bekommen hat. Ob von den Ehrenamtlichen, den Kollegen, den Vereinen oder den Kommunen. Die Zusammenarbeit in Gettorf habe immer gut funktioniert, und wenn es einmal unterschiedliche Meinungen gab, dann wurde am Ende eine Lösung gefunden. Nun geht die 65-Jährige in den Ruhestand. Am kommenden Sonntag, 1. März, wird Christa Loose-Stolten in einem Gottesdienst ab 10 Uhr in der St.-Jürgen-Kirche, Kirchstraße 1 in Gettorf verabschiedet. 

Bevor die Pastorin am 1. Februar 2000 in Gettorf ihre Arbeit als Pastorin aufnahm, war sie bereits an verschiedenen anderen Stellen in der Kirche im Dienst. Nach Abitur in Bad Segeberg und Studium in Kiel trat die gebürtige Hartenholmerin ihr Vikariat in Flintbek an, wo sie nach der Ausbildung 1983 auch ihre erste Pfarrstelle übernahm. Von Flintbek ging es über Kaltenkirchen in die Krankenhausseelsorge nach Eckernförde. „Da habe ich es ganz wunderbar getroffen“, sagt sie. 

Sie begleitete viele Menschen seelsorgerisch, ob im Krankenhaus oder im benachbarten Seniorenheim. Gerne erinnert sie sich an die Arbeit mit den Ehrenamtlichen zurück, die gemeinsam mit ihr die Alten und die Kranken unterstützten. Loose-Stolten hatte aber auch engen Kontakt zur Ärzteschaft oder dem Pflegepersonal, und sie unterrichtete an der Krankenpflegeschule. Gemeinsam mit Petra Blümel und Gertraud von Mutius gründete sie 1998 die Hospiz-Initiative Eckernförde. 

Dann aber kam Gettorf. Für Oktober 1999 hatte sie schon länger einen plattdeutschen Gottesdienst geplant, der kurzerhand zu ihrem Vorstellungsgottesdienst wurde. Denn Pastor Manfred Seyler wollte in den Ruhestand gehen, Anfang 2000 wurde seine Pfarrstelle frei. Christa Loose-Stolten bewarb sich und bekam die Stelle, die sie jetzt fast genau 20 Jahre innehat und die für sie zum Glücksfall wurde.

In Gettorf widmete sie sich vielen Aufgaben. Als sie zur Vorsitzenden des Kirchengemeinderats gewählt wurde, musste sie sich auch intensiv mit den notwendigen Bauarbeiten an der Kirche und den anderen Gebäuden der Gemeinde beschäftigen. Gebaut und vor allem renoviert wurde viel. Der Dachstuhl der Kirche war marode, die Schindeln vom Turm fielen herunter. Die Gemeinde mobilisierte unter ihrer Leitung die Kirchenmitglieder und die Kommunen. Viele Fördertöpfe wurden aufgetan. 

Auch zu Erntedank und am Volkstrauertag geht die Gemeinde mittlerweile neue Wege und hofft, so auch weiterhin die Menschen anzusprechen. Viele Häuser hat sie in den 20 Jahren in Gettorf besucht, viele Menschen kennengelernt und mit ihnen schöne Feste gefeiert, sie aber auch in der Trauer begleitet. „Es waren erfüllte und schöne Jahre für mich“, sagt die Pastorin. Ihrer Gemeinde bleibt sie als Gemeindeglied erhalten, denn sie wohnt mit ihrem Mann mittlerweile in Revensdorf. Und wenn sie gefragt wird, dann wird die Pastorin gerne auch Vertretungsdienste übernehmen. Denn Pastorin ist Christa Loose-Stolten mit Leib und Seele. Auch im Ruhestand.