Platz für Wohnen, Wasser, Wald und Wirtschaft

So sieht der Entwurf des Büros Yellow Z für den neuen Kieler Stadtteil aus. Visualisierung: Yellow Z

Ausstellung zur Planung des MFG-5-Geländes ist an diesem Wochenende, 20. und 21. November, wieder geöffnet

KIEL. Hohen Ansprüchen mussten die internationalen Planungsbüros gerecht werden, die sich am städtebaulichen Wettbewerb der Stadt Kiel zum künftigen Stadtteil „Holtenau-Ost“, dem ehemaligen MFG-5-Gelände, beteiligten: Die Vision der Planer für die 78 Hektar große Fläche, die der Stadt Kiel gehört, sollte Platz für Wohnen, Wirtschaft und Freizeit bieten, den vorhandenen Waldbestand einbeziehen, und Stichworten wie „Digitalisierung“ und „Klimaneutralität“ große Bedeutung beimessen, die Bebauungsdichte sollte nicht zu eng sein, aber auch nicht so luftig, dass Platz verschwendet würde, der für Wohnraum genutzt werden könnte.

Nach Ansicht der Jury hat die Gruppe „Yellow Z“ mit „Abel Bormann Koch Architekten und Stadtplaner“, „Riegler Riewe Architekten“ und „bgmr Landschaftsarchitekten“, alle aus Berlin, das am besten gelöst – ihr Entwurf hat den Planungswettbewerb gewonnen. Etwa 1800 Wohnungen in baulich verschieden gestalteten Gebäuden sollen direkt ans jetzige Holtenau und auf der ehemaligen Hubschrauber-Landefläche entstehen, die wie eine Halbinsel in die Förde ragt. Weiter nördlich soll daran ein Gewerbegebiet für unterschiedliche Firmen entstehen. Der Wald soll größtenteils erhalten bleiben, eine kilometerlange Uferpromenade, kleine Inseln mit Bäumen und Aufenthaltsflächen direkt am Wasser sollen Wasserbezug für alle bieten. Eine konkrete Planung ist das allerdings noch nicht, wie der Architekt Kees Christiaanse, Leiter der Fachjury, klarstellte: Demnach liefert der Sieger-Entwurf vor allem Ideen, für die tatsächliche Bauplanung, die erst noch kommt. So ist es jetzt schon sehr wahrscheinlich, dass in Wirklichkeit noch einige Wohnungen mehr entstehen, insgesamt etwa 2000. Mindestens 30 Prozent davon sollen sozial geförderter Wohnraum sein, wie Doris Grondke versicherte. Private Pkw werden im neuen „Zukunftsquartier“ wohl höchstens eine kleine Rolle spielen, wichtiger werden dort nachhaltigere Verkehrssysteme sein. Als Beispiele nannte Ulf Kämpfer eine gute Anbindung an den ÖPNV und Velorouten. Eine Schätzung der Baukosten ist ohne konkrete Planung bisher nicht möglich. Bis zum Beginn der Arbeiten vor Ort wird es voraussichtlich noch etwa fünf Jahre dauern. kst

Der Siegerentwurf und die weiteren Entwürfe können an verschiedenen Terminen in Halle 51 auf dem früheren MFG-5-Gelände, Schusterkrug 25, öffentlich besichtigt werden: an den Wochenenden 13./14. November, 20./21. November, 27./28. November und 4./5. Dezember, jeweils 11 bis 15 Uhr. Eintritt frei, es gelten die 3G-Regeln, die Halle ist nicht geheizt. Anreise mit dem Bus:  Linie 91 mit der Haltestelle „Kastanienallee“ sowie die Linien 91 und 501/502 mit der Haltestelle „Schusterkrug“. Von dort sind es 10 bis 15 Minuten Fußweg über das Gelände zur Halle 51.