Nudeln, Mehl und Dosentomaten

Wasser, Mehl, Öl, Salz und noch etwas Hefe: Mehr braucht es gar nicht für ein leckeres, selbst gebackenes Brot. Foto: Marie-Kristin Kielhorn

Kiel. In diesen Tagen sieht man sie überall: Menschen mit seltsam gefüllten Einkaufskörben. Landen sonst Brot, frische Milch, Obst und Gemüse in der Einkaufstasche, gehören schon seit Tagen Mehl, Nudeln, passierte Tomaten und allerlei andere Konserven in Hülle und Fülle zu den Verkaufsschlagern. Klar, die sind alle monate-, wenn nicht sogar jahrelang haltbar. Und das beruhigt die Menschen. Denn aktuell kann man sich auf nichts mehr verlassen, nichts planen – das Coronavirus hält die Welt in Atem. Für wie lange, weiß keiner. Eine gut gefüllte Vorratskammer gibt da ein wenig Sicherheit. Und Toilettenpapier. Aus dem kann man zwar nichts Leckeres kreieren, aber schauen wir uns doch mal die anderen Produkte an, die zurzeit so gefragt sind wie nie zuvor. Was lässt sich aus den Produkten zaubern? Und vor allem: Wie bekomme ich trotzdem ein wenig Abwechslung auf den Tisch?

Mehl ist meist nur zu einer Jahreszeit schwer zu bekommen: im Winter. Wenn alle dem Weihnachtsfest entgegenfiebern, wird in den Küchen ordentlich gebacken. Zurzeit sind die Regale ebenfalls leer. Doch was wollen die Menschen mit dem feinen, weißen Pulver, das sie sonst eher selten nutzen? Na klar, Brot backen. Auch ich bin vor wenigen Wochen zum Bäcker geworden und habe festgestellt: Das ist ja gar nicht so schwer. Einen Hefewürfel in 500 Milliliter lauwarmem Wasser auflösen, etwas Öl und Salz hinzugeben und die Flüssigkeit auf 500 Gramm Mehl gießen. Anschließend gut kneten. Danach in eine eingefettete Kastenform füllen und bei 180 Grad bummelig 35 bis 40 Minuten im Ofen backen. Ja, das ist schon alles. Aber natürlich ist Brot nicht gleich Brot. Wer es etwas dunkler mag, nimmt einfach Roggenschrot statt Weizenmehl. Und ein paar Körner dazu – die sind gesund und auch laaange haltbar. Wer dann noch – so wie ich vor ein paar Tagen – ein paar Möhren übrig hat, reibt diese einfach mit unter den Teig. Das schmeckt unfassbar gut. Glauben Sie mir!

Weiter geht es zu den Dosentomaten: Ganz schnöde in den Topf gießen und warmmachen, kann ja jeder. Mit einer kleingehackten Zwiebel, einem Potpourri aus allem, was das Gewürzregal oder der eigene Kräutergarten hergibt, und ein bisschen Kreativität lässt sich jede einfache Tomatensoße aufpimpen. Mal schärfer, mal etwas süßer und fruchtiger – echte Nudelfans kommen so sicherlich über Wochen und Monate auf ihre Kosten.

Apropos Nudeln: Wer nicht die Auswahl zwischen Makkaroni, Tortellini, Penne oder Fussili hat, sondern in der Eile und aus Angst vor anderen „Hamsterern“ nur schnell zur altbewährten Spaghetti-Packung gegriffen hat, muss nicht den Kopf hängen lassen. Einfach einmal in der Mitte durchbrechen oder sogar dritteln – und schon hat man mal wieder etwas Abwechslung. Ganz klein gebrochen eignen sie sich auch super als Einlage in einer Dosen- oder Tütensuppe.

Und wer noch keinen Hunger, aber dafür Spaghetti in verschiedenen Farben – zum Beispiel grüne oder rote – hat, der schnappt sich einfach den Rest der Familie und spielt mal wieder eine schöne Runde Mikado. Und danach wird dann gegessen. Guten Appetit! kie