Natur pur am Westensee

Natur pur mit sehr viel Grün und vielen Tieren kann man auf dieser Runde um den Westensee erleben. Da kann es auch schon mal sein, dass einem der Schaf-Nachwuchs neugierig beim Kauen auf dem Pausenbrot zuschaut. Foto: Svenja Paetsch

Die Nähe zum Wasser, der Blick über die Ostsee, die blühende Landschaft: In unserer Gegend gibt es zahlreiche wunderschöne Ecken, die coronakonform mit dem Fahrrad erkundet werden können. Wir haben zwei besonders schöne Touren ausprobiert. Teil 2: eine 40-Kilometer-Tour vom Rathaus Kiel rund um den Westensee.

Kiel. Beim Start am Rathaus ist das Wetter wolkig und windig, und für Anfang Mai könnte es wärmer sein. Macht nichts! Schließlich verspricht diese Rundtour viel Natur.

Zunächst geht es zum Exerzierplatz und über den Kronshagener Weg in die Kieler Straße. Auf leidlich ebenen Radwegen führt die Strecke quer durch Kronshagen und schließlich links in den Ottendorfer Weg – raus aus der Stadt. Rechts und links der Straße erstrecken sich Felder und Wiesen, soweit das Auge reicht. Der Raps fängt langsam an zu blühen, Schafe und Lämmer stehen auf Weiden am Wegesrand. Für den unebenen, mit Wurzeln durchsetzten Weg entschädigen die Natur, die Aussicht und die Stille, die nur durch vereinzelte Autos unterbrochen wird.

Weiter führt der Weg immer geradeaus durch Ottendorf, Stampe und Quarnbek. Dort, am Ende der Straße, geht es linksherum etwa vier Kilometer geradeaus bis nach Achterwehr. Zwei, drei Dörfer säumen die Straße, ansonsten nur Felder und Wiesen, auf denen vereinzelt Pferde stehen. In der Dorfmitte von Achterwehr angekommen, wird auch der Radweg besser.

Weiter radelt man rechtsherum in die Dorfstraße und über die Eider, die hier noch ein Flüsschen ist. Nun noch links in die Klein-Nordsee-Straße einbiegen – und schon geht es fünf Kilometer geradeaus einen holprigen Radweg entlang. Da ist es schon fast eine Erleichterung, als am Bossee ein idyllischer Waldweg direkt am Wasser auftaucht. Vom Weg aus bietet sich linker Hand immer wieder eine schöne Aussicht auf das Wasser. Auf der ganzen Länge des Bossees und westlichen Westensees führt der kleine Weg durch den Wald, bis auf einige Spaziergänger und Angler herrscht dort wunderbare Ruhe.

Am unteren Zipfel angekommen, geht es ein kleines Stück die Straße entlang, links in die Dorfstraße und dann gleich wieder links in „Am See“. Auf dieser kleinen, schmalen Landstraße, auf die sich kaum ein Auto verirrt, lässt es sich wunderbar am gesamten südlichen Ende des Westensees entlangfahren. Linker Hand bieten sich immer wieder Aussichten auf den See, manchmal durch Bäume verdeckt, manchmal über freie Felder.

Nach etwa zweieinhalb Kilometern führt die Straße weg vom See Richtung Wrohe – mit flauschigen Galloways und ihren Kälbern links und rechts vom Weg. Hier lässt sich noch einmal Kraft tanken – und das ist auch gut so, denn nun folgt ein steiler Berg hinauf nach Wrohe. Doch zum Glück liegt an der Wroher Dorfstraße ein Aussichtspunkt, der mit Bänken, Tischen, einem Spielplatz und einer fantastischen Aussicht über Felder hin zum Westensee zu einer Pause einlädt.

Frisch gestärkt geht es den Seeweg steil hinunter, am Naturcampingplatz vorbei und mit Schwung in den Wald hinein. Zwischen Westensee und Kleinem Schierensee hindurch warten gut zwei Kilometer Schotterpiste. Doch auch das schreckt trotz Rennrad nicht ab, denn dafür glitzert links und rechts zwischen den Bäumen immer mal wieder das Wasser hindurch. Links taucht die Badestelle Hohenhude auf, die an wärmeren Tagen – und auch nach einer langen Fahrradfahrt – verlockend aussieht. Bis zum äußersten Zipfel des Westensees führt die inzwischen wieder geteerte Straße, dann geht es weg vom See Richtung Hohenhude, wo gleich ein weiteres Highlight wartet. Denn links geht es den Mühlenweg entlang zur Steinfurther Mühle. Wer einen kleinen Abstecher macht und einige Treppenstufen hinuntergeht, findet sich direkt an der Eider wieder – kleine Stromschnellen und Aussicht auf die Mühle inklusive.

Zurück auf der Straße geht es den Mühlenweg weiter entlang bis zur Schönwohlder Straße, die seit langem wieder erste größere Straße. Doch dank Radweg geht’s problemlos eineinhalb Kilometer bis zur Rendsburger Landstraße und rechts Richtung Kiel. In Russee geht es links auf den Russeer Weg und nach gut zwei Kilometern rechts auf die Hofholzallee. Das letzte Stück führt mitten durch die Stadt zum Rathaus, wo die Tour nach gut 40 Kilometern endet. Fazit: Der Radweg ist größtenteils sehr holprig und mit Wurzeln oder Schlaglöchern durchsetzt. Dafür entschädigen das viele Grün, die Aussicht auf den See, viele Pferde, Galloways, Schafe und sogar Ziegen. Natur pur. svp