MUSS Ganz viel Theater für Kiel

Das Ballett "Dorian Gray" wird ebenfalls in der Spielzeit 21/22 zu sehen sein. Foto: Olaf Struck

Neue Spielzeit verspricht volles Programm – in allen Sparten

KIEL. Mit einem riesigen Programm in allen Sparten startet das Theater Kiel in der nächsten Spielzeit durch. Während der Vorverkauf für das Sommertheater gerade angelaufen ist, stellten die Verantwortlichen den Spielplan für die Spielzeit 21/22 vor. 

Insgesamt sind 35 Premieren geplant, und auch sonst gibt es einiges Neues. So zieht nicht nur das Philharmonische Orchester aufgrund der Sanierung des Kieler Schlosses um in die Wunderino Arena, dort wird es statt zwei Spieltagen nur noch einen geben, dafür aber mit zwei Veranstaltungen pro Tag. Während zur gewohnten Matinee-Zeit sonntags um 11 Uhr das komplette Konzertprogramm gegeben wird, folgt am Abend um 18 Uhr mit „Phil Extrakt“ die Quintessenz des Vormittagprogrammes in lockerer Atmosphäre mit vielen Hintergrundinformationen und anschließendem Klönschnack bei einem Absacker. Mit diesem Format will Generalmusikdirektor Benjamin Reiners besonders die jüngere Generation für „seine“ Philharmoniker begeistern.

Für Schüler, Studierende, Azubis (unter 30) sowie Teilnehmende an Freiwilligen Diensten gibt es noch mehr gute Neuigkeiten: Sie zahlen ab sofort einen Einheitspreis von 8 Euro (12 Euro freitags, sonnabends und bei Premieren) im Vorverkauf ab den PG III (Wunderino Arena) und IV (Opernhaus) und an der Abendkasse für alle Platzgruppen. Das „Grand Opening“ zu den acht Philharmonischen Konzerten ist am 26. September mit Werken von Ludwig van Beethoven, Leonard Bernstein und Johannes Brahms.

Bereits einen Monat vorher, am 28. August eröffnet die Oper Kiel ihre Spielzeit mit Puccinies „Madame Butterfly“, weitere Höhepunkt werden unter anderem die Barockoper „Il Cambise – Geliebter Feind“, Mozarts „Zauberflöte“ in der neuen Dialogtextfassung von Roland Schimmelpfennig, die Familienoper „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“, die Grand Opéra „Die Jüdin“ von Jaques Fromental Halévy sowie das Andrew-Lloyd-Webber-Musical „Sunset Boulevard“ sein. Ballettfans können sich neben der Wiederaufnahme des „Bildnis des Dorian Gray“ über die Premieren des Märchenballetts „Die Schöne und das Biest“ von Yaroslav Ivanenko am 6. November, „Othello 2.0“ von Amilcar Moret Gonzalez ab dem 2. April sowie Neues von den „Jungen Choreographen“ ab dem 13. Mai freuen.

Viel zu sehen gibt es ebenfalls beim Schauspiel – sowohl im Schauspielhaus als auch im Jungen Theater im Werftpark. Dort beginnt die Saison am 15. August mit dem als Netztheater umgesetzten Stück „Wolfgang Wunderkind“ von Christian Himmelbauer über das Leben des Wolfgang Amadeus Mozart und ab dem 20. August mit dem Audiowalk „Kumbukumbu“, der sich mit Kiels kolonialer Vergangenheit und dem heutigen Blick aus Tansania darauf beschäftigt. Weitere Highlights: Siegfried Lenz „Deutschstunde“ (Premiere am 29. August), „Licht oder Nicht“ für Kinder ab 2 Jahre, „Der Traum vom Wald“, für die Fridays for Future-Kids von morgen, die Einstimmung auf Weihnachten „Winterbacken“ und vieles mehr. „Wir versuchen, alles, was geplant war, auf die Bühne zu bringen und freuen uns darauf, wieder live vor den Kindern spielen zu können“, so Astrid Großgasteiger die künstlerische Leiterin.

Auf ein möglichst volles Haus hofft auch Jens Paulsen, Chefdramaturg am Schauspielhaus. Auch er und seine Kollegen haben ein vielfältiges Programm entwickelt und sind bereits fleißig am Proben – und das nicht nur für das Sommertheater. Neben „Kabale und Liebe“ findet zum Ende der Saison ein weiteres Stück von Friedrich Schiller seinen Weg auf die Bühne: Am 23. April hebt sich der Vorhang für „Don Carlos“. Weitere Klassiker sind Heinrichs von Kleists „Michael Kohlhaas“, inszeniert von Dariusch Yazdkhasti und Shakespeares „Maß für Maß“ in einer Inszenierung von Daniel Karasek. Außerdem: eine neue Theaterfassung des „Schimmelreiters“ mit Musik von Martin Tingvall. Los geht es am Schauspielhaus am 11. September mit „Von Mäusen und Menschen“ von John Steinbeck, den Saisonhöhepunkt bildet wie jedes Jahr – ohne Pandemie – das Weihnachtsmärchen. In diesem Jahr mit einer hoffentlich Live-Version von „Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin“. Premiere soll am 21. November mit hoffentlich vielen Kindern sein. vmn

Das vollständige Programm gibt es unter www.theater-kiel.de