Mit Atemmaske andere schützen

Selbst genähte Masken schützen zwar nicht ihre Träger, aber die anderen Menschen in deren Nähe.

Ein falsches Sicherheitsgefühl sollten DIY-Masken aber nicht erzeugen

Menschen, die beim Einkaufen oder Busfahren Atemmasken tragen, sind bei uns trotz Corona-Pandemie noch eher selten. Dabei sind sich Fachleute einig: Selbst wer eine einfache, vielleicht selbst genähte Maske über Mund und Nase trägt, schützt andere. Die richtigen medizinischen Schutzmasken sollten allerdings unbedingt den Profis in der Medizin vorbehalten bleiben.

Schon lange ist bekannt: Beim Husten, Niesen, aber auch beim Sprechen „schießen“ wir permanent größere und noch sehr viel mehr unsichtbar winzige Speichel- und Schleimtröpfchen in die Gegend. Wer mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert ist, besprüht auf diese Weise seine Umgebung auch mit dem Virus – unter Umständen über eine Distanz von mehreren Metern. Wenn andere die eine Zeit lang in der Luft schwebenden virushaltigen Partikel einatmen, nehmen sie den Virus direkt in die Lunge auf. Wer auf eine angehustete Oberfläche greift und sich danach selbst im Bereich von Mund, Nase oder Augen im Gesicht berührt, kann das Virus über die dortigen Schleimhäute aufnehmen – darum ist es so wichtig, sich immer wieder gründlich die Hände zu waschen und sich möglichst nicht ins Gesicht zu fassen.

Ein fest anliegendes Stück Stoff über Mund und Nase, zum Beispiel eine selbst genähte Maske, hält Tröpfchen zurück. Vielleicht nicht zu 100 Prozent, aber wer sie trägt, verringert trotzdem das Risiko, Oberflächen vollzusprühen, die andere Leute anschließend anfassen, und verringert auch das Risiko, durch Sprechen, Niesen und Husten andere über die Luft zu infizieren. Niemand kann wissen, ob er oder sie das Virus bereits in sich trägt. Inzwischen ist bekannt, dass man an COVID-19 erkrankt sein kann, ohne selbst Symptome zu zeigen.

Der chinesische Wissenschaftler George Gao, Generaldirektor des „Chinese Center for Disease Control and Prevention“, gehörte bereits im Januar zu den Ersten, die das neue Coronavirus erforschten. In einem Interview mit dem Wissenschaftsmagazin „Science“ schätzte es Gao vor wenigen Tagen als „großen Fehler“ ein, dass die Menschen in den USA und Europa keine Masken trügen. Österreich hat inzwischen eine Maskenpflicht für bestimmte Orte wie Supermärkte verhängt, in Deutschland ist ist das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit keine Pflicht.

Wer durch das Tragen einer selbst genähten einfachen Maske andere schützt, sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass solche Masken zwar Tröpfchen stoppen, aber keine Viren aus der Luft filtern können. Im Klartext: Wer sie trägt, kann sich selbst trotzdem noch infizieren. Darum warnt das Robert-Koch-Institut: Das Sicherheitsgefühl, das so eine Maske auch ihrem Träger vermittelt, darf auf keinen Fall dazu führen, dass sonstige Schutzmaßnahmen wie das Abstandhalten und Händewaschen vernachlässigt werden. kst

Anleitungen zum Bau einfacher Atemmasken gibt es reichlich im Internet. Zum Beispiel ist die Seite www.maskeauf.de privat betrieben, auf ihr sind verschiedene Infos und eine Reihe von Bastelanleitungen zu finden.