Mehr Platz für legales Förde-Baden

Ab Juni wird aus der Bellevue-Brücke ein offizieller Badesteg mit zirka 1000 Quadratmeter großer Schwimmfläche. Foto: Katja Schweckendiek

Kieler Fähranleger Bellevue bekommt eine offizielle Badestelle

Kiel. Das Schwimmvergnügen an der Kiellinie wird im kommenden Sommer um eine weitere Badestelle reicher. Nachdem die Ratsversammlung im Februar einer Legalisierung des Badens vom Anleger Bellevue für 2021 und 2022 zugestimmt hatte, gibt es bereits konkrete Pläne, die nun in der aktuellen Sitzung des Ortsbeirats Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook vorgestellt wurden: Von Anfang Juni bis Mitte August kann an der Badebrücke Bellevue auf einer Fläche von zirka 1000 Quadratmetern geschwommen werden.

Bereits im Sommer 2020 wurde der Anleger Bellevue immer wieder von Schwimmern als Zugang zur Förde genutzt. Obwohl der Anleger damals für die Fördeschifffahrt wegen eines Defekts gesperrt war, galt das Baden dort wegen des generellen Badeverbots im gesamten Kieler Hafen als illegal.

Das wird sich nun ändern. Vom 1. Juni bis Mitte August 2021 und 2022 darf von der Badebrücke Bellevue aus legal gebadet werden. Dazu erweitert die Stadt Kiel den bestehenden Anlege-Steg um eine schwimmende L-förmige Stegkonstruktion, die am Kopfende der Brücke verankert wird. Dadurch entsteht in der Mitte ein sicheres, zirka 1000 Quadratmeter großes Schwimmbecken. Die Badestege selbst haben insgesamt eine Fläche von zirka 180 Quadratmetern und ermöglichen so auch viele Nutzer gleichzeitig. „Auf dem Anleger wird es die Möglichkeit zum Sonnen geben“, erklärte Robert Schall, Mitarbeiter im Büro des Oberbürgermeisters, den Ortsbeiratsmitgliedern.

Die Badebrücke Bellevue wird ebenso wie die Badestelle an der Reventlouwiese von der Kieler Bäder GmbH betrieben werden. Die Sicherheit der Badenden ist durch Aufsichtspersonal sowohl auf dem Badesteg als auch auf dem Anleger gewährleistet. Eine Erste-Hilfe-Station und Toiletten sollen direkt am Badesteg eingerichtet werden. Auch über eine Lösung für Fahrradstellplätze an der Kiellinie wird nachgedacht.

Damit es zu keinen gefährlichen Situationen mit den Fördeschiffen kommen kann, wird der Anleger Bellevue in diessem Jahr nur vom 22. März bis zum 9. Mai und dann wieder vom 6. September bis zum 24. Oktober von den Fähren angefahren. Ähnliche Zeiten gelten auch für 2022.

Diese Planungen sind laut Robert Schall zunächst für dieses und kommendes Jahr gültig. Wie es dann weitergeht, hänge von der Sanierung des Berthold-Beitz-Ufers, der Weiterentwicklung der anderen Badestellen und der Fortentwicklung der Fördeschifffahrt ab, so Schall. Gleichzeitig betonte der Mitarbeiter des Oberbürgermeisters, dass die Badebrücke Bellevue eine Erweiterung der Bademöglichkeiten an der Kiellinie sei und definitiv kein Ersatz für eine bereits bestehende Badestelle.

Trotz dieses deutlichen Statements äußerte Alexander Blaczek (CDU) das Bedenken, dass der neue Badesteg doch als Ersatz für die sanierungsbedürftige Seebadeanstalt Düsternbrook gedacht sei: „Ich finde es bedauerlich, dass die Verwaltung uns nicht darüber informiert, wie es mit der Seebadeanstalt weitergeht und hoffe, dass dort nicht ein ähnliches Desaster entsteht wie am Bertholt-Beitz-Ufer.“

In einem einstimmig angenommenen Antrag fordert der Ortsbeirat Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook deshalb den Erhalt der Seebadeanstalt Düsternbrook und der Seebar. kae