Lokal einkaufen im Lockdown

Shoppen im Lockdown Rhodea (li.) und Nathalie Sellschopp packen bei "stilfrei" bestellte Artikel in eine Kundentüte. Foto Uwe Paesler

Viele Einzelhändler sind auf unterschiedliche Weisen auch jetzt für ihre Kunden da

Kiel. Auch wenn die Ladengeschäfte zurzeit geschlossen sein müssen: Es gibt auch in der Krise noch zahlreiche Möglichkeiten, den lokalen Einzelhandel mit einem Einkauf zu unterstützen.

Die gewünschte Ware aussuchen können die Kunden oft über die Webseite oder ganz klassisch über einen Blick in das für diesen Zweck hergerichtete Schaufenster. Manche Händler bieten auch Video-Calls per WhatsApp an, die den Händlern die Möglichkeit bieten, dem Kunden Artikel im Laden per Kamera zu zeigen. Das Team von „Licht.Norkeweit“ aus Molfsee berät seine Kunden aktuell auch per Videokonferenz, das Spielzeugfachgeschäft „Villa Kinderland“ aus Preetz präsentiert sein Sortiment unter anderem mit kurzen Filmen auch bei Instagram. Die meisten Einzelhändler nehmen Bestellungen auch per E-Mail oder Telefon an. Die meisten bieten wie die Taschenmanufaktur Bootsmann am Tiessenkai in Kiel-Holtenau ihren Kunden eine ganze Palette von Möglichkeiten, online oder beim „Schaufenstershopping“ einen Wunschartikel im Sortiment zu finden.

Aber wie kommt die Ware dann zum Kunden? Weit verbreitet ist das Prinzip „Click & Collect“: Die Kunden bestellen ihre Ware, bezahlen sie idealerweise auch schon online und holen sie dann selbst bei einer Warenausgabe am Geschäft ab. Das kann in kleinem Rahmen ganz persönlich passieren wie beim Einrichtungsfachgeschäft „Stilfrei“ in der Holtenauer Straße in Kiel. Dort öffnen die Inhaberinnen Nathalie und Rhodea Sellschopp täglich zwei Stunden für Abholer, die einzeln ins Geschäft gelassen werden, um ihre Ware abzuholen. Im großen Stil macht das der Kieler Baumarkt Hornbach, der seine Waren an einer Abholstation außerhalb des Geschäfts zur Abholung bereitstellt. Solche Abholstationen bieten unter anderem auch der Elektro-Fachmarkt Medimax und HMC Möbel, beide in Schwentinental.

Wer aber aktuell doch lieber von zu Hause aus den lokalen Einzelhandel unterstützen möchte, kann sich bei den meisten Geschäften die bestellte Ware ganz klassisch schicken lassen. Manche bieten sogar einen eigenen Lieferservice in die Umgebung an. So liefert der „Kosmos“-Store in der Kieler Holstenstraße bestellte Ware innerhalb Kiels meist noch am selben Tag per Fahrradboten aus – und das sogar kostenlos. Auch die Preetzer „Buchhandlung am Markt“ liefert ihre Bücher selbst, der Kieler Buchhändler Wolfgang Erichsen schickt täglich einen Wagen mit Büchern los, und auch Britta Janzen von „Wolle und Wunder“ aus Kiel fährt abends oft noch bei ihren Kunden vorbei.

Es gibt sogar Möglichkeiten, wenn es darum geht, Geräte zur Reparatur zu bringen, oder wie zum Beispiel in einem Teppichfachgeschäft Artikel zu kaufen, bei deren Auswahl das direkte Anfassen und Erleben eine große Rolle spielt: Solche Geschäfte bieten unter Umständen die Möglichkeit an, online, per E-Mail, sozialem Netzwerk oder Telefon individuelle Einzeltermine zu vereinbaren. Ein Beispiel hierfür ist das Computergeschäft Mac-Freestyle am Europaplatz in Kiel: Kunden, die dort eine Beratung wünschen oder auch ein Gerät zur Reparatur hinbringen wollen, werden einzeln zu ihrem jeweiligen Termin in einem abgesperrten Bereich vor der Tür bedient – in den Laden selbst wird kein Kunde gelassen.

Wer ein passendes Einzelhandelsgeschäft in seiner Umgebung sucht, kann in Papierform die „Gelben Seiten“ durchstöbern, Bekannte fragen oder im Internet danach suchen. Auf Übersichts-Seiten wie www.kiel-hilft-kiel.de oder www.ploen-hilft-ploen.de sind unter dem Stichwort „regional einkaufen“ zahlreiche lokale und regionale Einzelhändler zu finden, die zurzeit jeden Kunden gut gebrauchen können. bic/kst