Leseraktion: Corona, ganz persönlich

Express-Leserin Heidi Bauer hat ihre Empfindungen zur Coronakrise in kreative Torten übersetzt. Foto: Privat

Liebe Leserinnen und Leser, in der Print-Ausgabe des Kieler Express’ hatten wir Sie gebeten, uns in 100 Wörtern Ihre wichtigsten ganz persönlichen Corona-Erlebnisse zu erzählen und uns per E-Mail zu schicken. Inzwischen haben wir die ersten Mails bekommen – vielen Dank! Hier ist eine erste Auswahl:

Heidi Bauer hat ihre Corona-Pandemieerfahrung unter dem Motto „Wo Verstehen aufhört, fängt die Kunst an …“ in eine kunstvolle Torten-Trilogie übersetzt. Dazu schreibt die Kleinflintbekerin: „Es zeigt vielleicht am besten, wie ich mich mit der Pandemie kreativ auseinandergesetzt habe. Den Lockdown habe ich sozusagen auf einer Pobacke abgesessen, aber mit der Maske kam bei mir das ,Down’. Also habe ich mir die Maske schön gebacken – Backtherapie –, und wer meine Torte gesehen hat, konnte dann auch drüber schmunzeln. Als nächstes habe ich mir das Virus vorgenommen, zum Abschluss die Collage, alles raus aus meinem Kopf… man fühlt sich gleich besser!!!“

Cornelia Hoß-Hagelstein flötet gegen die Krise. „Gleich zu Beginn der Krise gab es einen Auruf der Evangelischen Kirche zum allabendlichen Balkonsingen. „Ich erinnerte mich an mein Flötenspiel in Kinderzeiten, aktivierte die Nachbarschaft – ein flinker Anwohner kreierte im Handumdrehen Flugblätter, die an Bäume und Laternenpfähle gepinnt wurden – und schwuppdiwupp war’s soweit: Wir Nachbarn aus dem Berliner Viertel in Russee legten bei winterlichem Wetter los! Fast jeden Abend wird seitdem um Punkt 19 Uhr ,Der Mond ist aufgegangen’ geflötet und gesungen. Dieses wunderbare Ritual gibt uns ein Gefühl nachbarschaftlicher Verbundenheit“, schreibt die Russeerin.

Elfi Buczylowski musste auf die Feier ihres 80. Geburtstags verzichten. „Ich feiere sonst nie meinen Geburtstag, aber zum 80. hatte ich viele Freunde eingeladen“, schreibt die Preetzerin. „Leider kann ich zurzeit auch meiner ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Kirchengemeinde Russee nicht nachgehen. Ich gehöre zum Besucherkreis der Gemeinde und besuche Geburtstagskinder ab 75 Jahren und aufwärts. In dieser Altersgruppe gibt es viele alleinstehende, zum Teil sehr einsame Menschen, die sich auf einen Besuch freuen. Aufgefallen ist mir in der Corona-Zeit, hauptsächlich in der Anfangsphase der Pandemie, dass viele Mitbürger, ob alt oder jung, manchmal gegenüber dem Verkaufspersonal sehr ungeduldig und unhöflich waren. Gerade auch diese Mitmenschen brauchen wir doch. Ich habe daher viele ,Glückskäfer’ aus Walnussschalen auf einem grünen Kartonkleeblatt mit ein paar lieben Worten gebastelt und an viele Mitmenschen verteilt.“

Rosemarie Christiansen aus Surendorf schreibt: „Es war Mitte März, als eine Bekannte mir von ihren Nöten erzählte, keine Masken zu bekommen. Ich setzte mich hin und fing an zu nähen. Für sie, für Freunde, Bekannte und Familie. Doch auch meine Umgebung wollte ich schützen, also habe ich alles, was ich an Baumwollgewebe im Haus hatte, für Masken verwendet. Gummiband bekam ich durch einen Aufruf beim örtlichen DRK-Verein. Kostenlos wurden die Masken über die örtliche Bäckerei abgegeben, mit der Kontonummer vom Hospizverein Dänischer Wohld. Weiterhin nähte ich für die örtliche Feuerwehr, den Kindergarten, den Kinderschutzbund und den Hospizverein. Somit kam ich auf über 1100 Masken für den guten Zweck.“

Wenn auch Sie uns in 100 Wörtern Ihr Corona-Erlebnis schicken wollen, können Sie das an die Mailadresse kielerexpress@kielermagazinverlag.de gerne tun. Bei Bildern stellen Sie bitte sicher, dass alle abgebildeten Personen mit einer Veröffentlichung einverstanden sind und sie selbst die Rechte an dem Bild besitzen. Original-Bilder oder Dokumente können wir leider nicht zurücksenden. Bitte nennen Sie uns Ihren Vornamen, Nachnamen, Alter und Wohnort. Wenn nötig, werden wir Ihre Texte redaktionell bearbeiten.