Kunstgeschmack mal so, mal so

Anton E. Kieldrup (1826-1869), Kreidefelsen auf Møn, Öl auf Malpappe.

Ostholstein Museum zeigt zwei komplette Privatsammlungen durch verschiedene Epochen

EUTIN. Dass ein Museum für eine Ausstellung auch auf einzelne Leihgaben aus privaten Sammlungen zurückgreift oder selbst einzelne Stücke aus dem eigenen Bestand an andere Museen ausleiht, ist durchaus üblich. Dass aber ein Museum gleich zwei komplette Privatsammlungen der Öffentlichkeit zugänglich macht, ist schon etwas ganz Besonderes. Das Ostholstein Museum Eutin macht aktuell genau das: Die noch bis zum 14. November laufende Ausstellung „In der Kunst zu Hause – Malerei und Grafik von der Renaissance bis zur Pop Art“ zeigt, was zwei Personen, jeweils geprägt durch den eigenen Geschmack und persönliche Interessen, über einen langen Zeitraum zusammengetragen haben.

Die Menschen hinter den Sammlungen wollen in beiden Fällen anonym bleiben, aber vielleicht gelingt es den Besuchern der Ausstellung ja, anhand der Werke und ihrer Zusammenstellung den einen oder anderen Hinweis auf deren Persönlichkeiten zu entdecken. Aber auch wenn das nicht gelingt, dürfte ein Besucht der Ausstellung lohnen: Beide Privatsammlungen sind außergewöhnlich und facettenreich, das Spektrum der Werke reicht von der Kunst des 16. Jahrhunderts bis heute und umfasst Malerei und Grafik von der Renaissance bis zur Pop Art. Schwerpunkte liegen zum einen auf schleswig-holsteinischer Kunst vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart mit Werken von Melchior Lorck, Hans Peter Feddersen, Otto Heinrich Engel, Klaus Fußmann und weiteren zeitgenössischen Künstlern sowie von dänischen Malern aus Skagen oder Kopenhagen wie Carl Locher und Christoffer Wilhelm Eckersberg. Zum anderen spielen aber auch internationale Künstler der Pop Art und Op Art aus der Mitte des 20. Jahrhunderts eine größere Rolle, zum Beispiel Andy Warhol, David Hockney oder Günter Fruhtrunk – ergänzt durch Arbeiten von Zeitgenossen wie Victor Castillo oder Andras Bartos. Viele Arbeiten entstanden auf Papier. Insgesamt umfasst diese besondere Ausstellung mehr als 120 Werke.

Schlossplatz 1, Eutin. Tel, 04521/788520. Öffnungszeiten: Di-So 11-17 Uhr, (ab 1. November Di-Fr 14-17 Uhr). Eintritt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. www.oh-museum.de