Krippen mit kritischer Botschaft

Unendlich viele authentische Details hat Marlene Moss in die Figuren, Gebäude und Details ihrer Kiel-Krippe eingearbeitet. Foto: kst

Der Kirchenkai zeigt Krippen der Kieler Krippenbauerin Marlene Moss

Kiel. Sich die große Kieler Krippe von Marlene Moss im Kirchenkai an der Kieler St. Nikolaus-Kirche anzuschauen, braucht Zeit: Knapp 100 Figuren tummeln sich in der Szenerie, die im Kieler Stadtmilieu vor rund 100 Jahren angesiedelt ist. Blinde und Bettler, vom Krieg Gezeichnete, Frauen, Männer und Seeleute wollen zur Krippe, in der das Jesuskind auf Möwenfedern in einer Kiste liegt. Und über der Förde schwebt ein Engel im Fesselballon mit dem Spruchband: „Moin, moin“ Weest nich bang!“ (Fürchtet Euch nicht!) seit mehr als zehn Jahren baut die Kieler Krippenbauerin Marlene Moss schon an der Kieler Krippe. Um sie so authentisch wie möglich zu machen, hat sie aufwendig im Kieler Stadtarchiv recherchiert, hat Fotos und Postkarten gesichtet, um ihre Figuren detailgetreu bis ins Detail bauen zu können. Wie alle ihre Krippen hat auch die Kieler Krippe eine politische Botschaft. Ein hübsches Idyll zu zeigen wäre Marlene Moss zu wenig. Ihre „Bethlehem-Krippe“ zeigt die heilige Familie in einer Lücke der stacheldrahtbewehrten Betonmauer, mit der Israel das palästinensische Autonomiegebiet von Jerusalem abgetrennt hat. Sowohl die Kieler Krippe wie auch die Bethlehem-Krippe sind Teil einer Ausstellung mit Krippen von Marlene Moss, die noch bis Sonntag, 13. Januar im Kirchenkai zu sehen ist.

Kirchenkai, Rathausstraße 5, neben derkatholischen St. Nikolaus-Kirche, Kiel. Öffnungszeiten: Sonntag nach demGottesdienst, 12.15 bis 14 Uhr, Mo 12-16 Uhr, Di+Mi 10-12 Uhr, Do 12-14 Uhroder nach Vereinbarung unter Tel. 0431/26092316. Führungen mit Marlene Mossnach telefonischer Vereinbarung unter 0431/2000121.