Komplett klimaneutral bis 2040

Die Stadtwerke Kiel wollen die Motoren im Küstenkraftwerk auf Wasserstoff-Betrieb umstellen. Foto: Ulf Dahl

Stadtwerke Kiel legen Zeitplan für Kohlenstoff-Ausstieg vor

KIEL. Bis zum Jahr 2040, und damit fünf Jahre früher als derzeit von der Bundesregierung vorgegeben, wollen die Stadtwerke Kiel Strom und Fernwärme komplett klimaneutral erzeugen. Sso sieht es der Plan vor, den die Stadtwerke jetzt veröffentlicht haben. Wesentliche Grundlagen für den CO2-Ausstieg sind der Bau von Großwärmepumpen und der Umbau der Gasmotoren des Küstenkraftwerks auf den Betrieb mit Wasserstoff, bei dessen Verbrennung kein CO2 freigesetzt wird.

 Bereits der Ersatz des alten kohlebetriebenen Gemeinschaftskraftwerks in Kiel-Dietrichsdorf durch das neue gasbetriebene Küstenkraftwerk hat laut Frank Meier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Kiel AG, eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 70 Prozent – rund eine Million Tonnen pro Jahr – gebracht. Doch das reiche noch nicht, so Meier. Gemeinsam mit dem Technik-Vorstand der Stadtwerke Kiel, Dr. Jörg Teupen, stellte Meier das Acht-Punkte-Programm zum Ausstieg bis 2040 vor.

 Der erste Punkt ist mit der Stilllegung des Kohlekraftwerks und der Inbetriebnahme des Küstenkraftwerks bereits abgeschlossen. Mit der Integration der Wärmeproduktion aus der Klärschlammverbrennung der Müllverbrennung Kiel folgt im Jahr 2024 Punkt zwei. Für 2026 ist die Inbetriebnahme der ersten Großwärmepumpe, inklusive eines zweiten Wärmespeichers, geplant.

 Ab 2029, eventuell auch schon früher, will der Energieversorger gemeinsam mit dem Unternehmen „Innio“ den ersten Großmotor im Küstenkraftwerk für den Wasserstoffbetrieb umrüsten. 2031 folgt die zweite Großwärmepumpe. In diesem Zusammenhang ist die Errichtung eines weiteren, dann dritten Wärmespeichers geplant.

 „Ab 2033 wollen wir das Küstenkraftwerk zu einem Viertel mit Wasserstoff betreiben. Ob wir alle 20 Motoren dabei mit 25 Prozent Wasserstoff betreiben oder fünf Motoren zu 100 Prozent haben wir noch nicht abschließend entschieden“, erläutert Teupen.

 Im Jahr 2036 sehen die Kieler Stadtwerke in ihrem 8-Punkte-Programm den Ersatz ihrer Heizwerke und Heizkraftwerke durch die Errichtung von Elektrodenkesseln vor. Wie in einem herkömmlichen Durchlauferhitzer wird im Elektrodenkessel Wasser mithilfe von Strom erhitzt, der durch den massiven Ausbau der erneuerbaren Energien dann – auch in Form von regenerativem Überschussstrom zur Verfügung stünde.

 „Abschließend soll ab dem Jahr 2040 das Küstenkraftwerk komplett mit dem Einsatz von 100 Prozent Wasserstoff die Strom- und Fernwärmeproduktion übernehmen und unsere Klimaneutralität besiegeln“, so Meier.

 Für das 8-Punkte-Programm planen die Stadtwerke Kiel bis 2040 rund 190 Millionen Euro zu investieren.